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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Das Haus biete viel überflüssigen Rgtum; weiterhin an dieserSeite gebe es noch ein ansehnliches Gelass, die sogenannteAbtstube, wohl so genannt, weil es dem Vorsteher 'der Augu-stiner-Mönche, die hier einst gewirtschaftet, als Studio ge-dient habe. Dass der Hof ein Klostergut gewesen war, bestä-tigte sie damit, seit drei Generationen sassen die Schweige-stil ls darauf.

Adrian erwähnte, dass er selbst vom Lande stamme, allerdingsschon lange in Städten lebe, erkundigte sich, wieviel Grunddas Gut umfasse und erfuhr, dass es rund vierzig TagwerkÄcker und Wiesen nebst einem Walde seien. Auch die an demfreien Platz gegenüber dem Hof gelegenen niederen Gebäudemit den Kastanien davor gehörten zu dem Besitztum. Ehemalshätten dienende Brüder dort gewohnt, jetzt ständen sie fastimmer leer und seien auch kaum zum Wohnen eingerichtet. Vor-vorigen Sommer habe ein Kunstmaler aus München sich dort ein-gemietet, der in der Umgegend, dem Waldshuter Moor und soweiter, habe landschaftern wollen und auch mehrere hübscheAnsichten, allerdings etwas traurig, grau in grau gemalt, zu-stande gebracht habe. Drei davon seien im Glaspalast ausge-stellt gewesen, wo sie sie selbst wieder gesehen, und einehabe Direktor Stiglmayer von der Bayerischen Wechselbankkäuflich erworben. Die Herren seien wohl auch Kunstmaler?

Sie mochte auf jenen Mieter nur zu sprechen gekommen sein,um die Vermutung zu äussern und heraus zu bekommen, mit wemsie es ungefähr zu tun habe« Als sie erfuhr, dass es sich umeinen Schriftsteller und einen Musiker handelte, hob sie re-spektvoll die Brauen und meinte, das sei seltener und inter-essanter. Kunstmaler gebe es wie Gänseblumen. Die Herrenseien ihr auch gleich recht ernst vorgekommen, wo doch dieKunstmaler meistens ein lockeres, sorgloses Völkchen seien,ohne viel Sinn für den Ernst des Lebens, - sie meine nichtden praktischen Ernst, das Geldverdienen und diese Dinge,