des Kettenhundes, den eine barfüssige Magd mit seinem Namen"Kaschperl" berief, um ein Glas Limonade unter dem mit einemgeistlichen Wappen geschmückten Tor des Gutshauses, - wenigervon Durstes wegen, als weil ihnen das massive und charaktervol-le Bauembarock des Gebäudes gleich in die Augen gestochenhatte.
Ich weiss nicht, wie weit Adrian damals etwas "merkte",ob er sofort oder erst allmählich, nachträglich und in erinnern-dem Abstand gewisse Verhältnisse, in eine andere, aber nichtferne Tonart transponiert, wieder erkannte. Ich neige zu demGlauben, dass ihm die Entdeckung zunächst unbewusst blieb,und dass sie ihm später erst, vielleicht im Traum, überraschendaufging. Jedenfalls äusserte er zu Schildknapp keine Silbe,wie er ja auch gegen mich der sonderbaren Entsprechung nie-mals gedacht hat. Aber selbstverständlich kann ich mich irren.Weiher und Hügel, der riesige alte Baum im Hof - allerdingseine Ulme - mit seiner grüngestrichenen Rundbank, und weitere,noch hinzukommende Einzelheiten mögen auf den ersten Blickfrappierend gewirkt haben; kein Traim mag nötig gewesen sein,ihm die Augen zu öffnen, und dass er nichts sagte, beweistganz gewiss nicht das Geringste,
Es war Frau Else Schweigestill, die den Besuchern im Haus-tor stattlich entgegentrat, sie freundlich anhörte und ihnenin hohen Gläsern mit langgestielten Löffeln die Limonade misch-te. Sie kredenzte sie ihnen in einer fast saalartigen, gewölb-ten guten Stube links an der Diele, einer Art von Bauernsalonmit gewaltigem Tisch, Fensternischen, die die Dicke der Mauernerkennen liessen, und der geflügelten Nike von Samothrakein Gips oben auf dem buntbemalten Spind. Auch ein braunesKlavier stand in dem Saal. Er werde nicht von der Familiebenutzt, erklärte Frau Schweigestill, indem sie sich zu ihrenGästen setzte; der diene ein kleineres Zimmer schräg gegen-über, gleich bei der Haustür, zum abendlichen Aufenthalt.
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