Fahrten in die notorisch wundervolle, wenn auch vom Fremden-betrieb etwas ridikülisierte Umgebung zu machen, hatte er inGesellschaft Schildknapps und meist auf dessen Drängen schonim Winter begonnen und hart glänzende Schneetage mit ihm inEttal, Oberammergau, Mittenwald verbracht. Als der Frühlingkam, mehrten sich sogar diese Ausflüge, sie galten den be-rühmten Seen, den Theaterschlossern des volkstümlichen Wahn-sinnigen, und öfters fuhr man zu Rade (denn Adrian liebtedas Fahrrad als Mittel imabhängiger Wanderung) aufs Geratewohlins grünende Land hinein und nächtigte, wie es sich traf, imBedeutenden oder Unscheinbaren. Ich gedenke dessen, weilAdrian auf eben diese Weise schon damals die Bekanntschaftdes Ortes machte,, den er sich später zum persönlichen Lebens-rahmen erwählen sollte: Pfeifferings bei Waldshut und desHofes der Schweigestills.
Das Städtchen Waldshut, ohne Reiz und Sehenswürdigkeitübrigens, liegt an der Bahnlinie Garmisch-Pärtenkirchen, eineStunde von München, und die nächste Station, nur zehn Minu-ten weiter, ist Pfeiffering oder Pfeffering, wo aber Schnell-züge nicht halten. Sie lassen den Zwiebelturm der KirchePfeifferings beiseite liegen, der sich aus der hier noch an-spruchslosen Landschaft erhebt. Der Besuch Adrians und Rüdi-gers an dem Fleck war eine reine Improvisation und ganz flüch-tig für diesmal. Sie übernachteten nicht einmal bei Schweige-stills, denn beide hatten am nächsten Morgen zu arbeiten undwollten vor Abend mit dem Zuge von Waldshut nach Münchenzurückkehren. Sie hatten im Wirtshaus am Hauptplatz desStädtchens zu Mittag gegessen, und da ihnen der Fahrplanmehrere Stunden liess, fuhren sie auf der baumbestandenenLandstrasse weiter nach Pfeiffering, führten ihre Räder durchsDorf, liessen sich von einem Kinde den Namen des nahen Wei-hers, des Klamnerweihers,sagen, warfen einen Blick auf diebaumgekrönte Anhöhe "Rohmbühel ,, , und baten unter dem Bellen