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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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kratische umfassenden Gesellschaft, wobei es der Hausfrau,einer geborenen von Plausig, das Liebste war, wenn beide Ele-mente sich in ein und derselben Person vereinigten, wie inder des Generalintendanten der königlichen Schauspiele, Exzel-lenz von Riedesel, der dort verkehrte. - Ferner speisteSchildknapp bei dem Industriellen Bullinger, einem reichenPapierfabrikanten, der in der Wiedenmayerstrasse am Fluss dieBel-Etage des von ihm errichteten Mietshauses bewohnte; inder Familie eines Direktors der Pschorrbräu-Aktiengesellschaftund noch an anderen Orten.

Bei Schlaginhaufens hatte Rüdiger auch Adrian eingeführt,der dort denn also, ein einsilbiger Fremdling, mit geadeltenMalergrössen, der Wagner-Heroine Tanja Orlanda, auch nochmit Felix Mottl, bayerischen Hofdamen, dem "Urenkel Schillers",Herrn von Gleichen-Russwurm, der kulturgeschichtliche Bücherschrieb, und mit solchen Schriftstellern, die überhaupt nichtsschrieben, sondern sich nur als Sprechliteraten gesellschaft-lich interessant verausgabten, oberflächlich und folgenloszusammentraf. Allerdings war es auch hier, wo er zuerst dieBekanntschaft Jeanette Scheurls machte, einer vertrauenswür-digen Person von eigentümlichen Charme, gute zehn Jahre älterals er, Tochter eines verstorbenen bayerischen Verwaltungs-beamten und einer Pariserin, - einer gelähmt im Stuhl verhar-renden, aber geistig energischen, alten Dame, die sich nie-mals die Mühe gegeben hatte, deutsch zu lernen: mit Recht,da ihr im Glücke phraseologischer Konvention auf Schienenlaufendes Französisch geradezu für Geld und Stand aufkam.

In der Nähe des Botanischen Gartens bewohnte Mme. Scheurlmit ihren drei Töchtern, von denen Jeanette die Älteste, einrecht beschränktes Appartement, in dessen vollständig parise-risch anmutendem kleinen Salon sie ausserordentlich beliebtemusikalische Thee-Empfänge gab. Hier überfüllten die Standard-Stimmen von Kammersängern und -Sängerinnen die engen Räume

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