zum Bersten. Oft hielten blaue Hofkutsclien vor dem beschei-denen Hause.
Jeanette angehend, so war sie Verfasserin, Romandichterin.Zwischen den Sprachen aufgewachsen, schrieb sie in einemreizend inkorrekten Privatidiom damenhafte und originelleGesellschaftsstudien, die des psychologischen und musikali-schen Reizes nicht entbehrten und unbedingt zur höheren Lite-ratur zählten. Auf Adrian war sie sofort aufmerksam gewordenund hielt sich zu ihm, der sich denn auch in ihrer Nähe, ihremGespräch geborgen fühlte. Von mondäner Hässlichkeit, mitelegantem Scha^esicht, darin sich das Bäuerliche mit demAristokratischen mischte, ganz ähnlich wie in ihrer Rede dasbayerisch Dialekthafte mit dem Französischen, war sie ausser-ordentlich intelligent und zugleich gehüllt in die naiv nach-fragende Ahnungslosigkeit des alternden Mädchens. Ihr Geisthatte etwas Flatterndes, drollig Konfuses, worüber sie selbstaufs herzlichste lachte, - keineswegs in der Art, wie LeoZink sich durch Selbstverspottung insinuierte, sondern ganzreinen und amüsablen Herzens. Zu alldem war sie sehr musika-lisch, Pianistin, für Chopin entflammt, um Schubert litera-risch bemüht, befreundet mit mehr als einem zeitgenössischenNamensträger im Reich der Musik, und ein befriedigender Aus-tausch über Mozarts Polyphonie und sein Verhältnis zu Bachwar der erste gewesen, der zwischen ihr und Adrian gepflogenworden. Sr war und blieb ihr durch viele Jahre vertrauens-voll zugetan.
Übrigens wird niemand erwarten, dass die Stadt, die ersich zum Aufenthalt gewählt, ihn wirklich in ihre Atmosphäreaufnahm, dass sie ihn Je zu dem Ihren machte. Ihre Schön-heit, die monumentale und bergbachdurchrauschte Dörflichkeitdes Stadtbildes unter föhnblauem Alpenhimmel mochte auchseinem Auge wohltun, die Bequemlichkeit ihrer Sitten, dieetwas von permanenter Maskenfreiheit hatte, auch ihm das
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