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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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als Freisinger Professor später selber machte, ziemlich voll-ständig aufgeführt. Wer über ein kleines noch hinzukam, warRüdiger Schildknapp, - er, der nach Adrians Beispiel gefundenhatte, dass man, statt in Leipzig, in München leben sollte,und dem die Entschlusskraft zuteilgeworden war, diese Rat-samkeit Tat werden zu lassen. Der Verleger seiner Übersetzun-gen aus älterer englischer Literatur hatte ja hier seinenSitz, was von praktischem Wert für Rüdiger war; und ausserdemhatte er wohl den Umgang mit Adrian entbehrt, den er dennauch sogleich wieder mit seinen Vatergeschichten und seinem"Besichtigen Sie jenes!" zum Lachen brachte. Er hatte nichtweit von der Wohnung des Freundes, im dritten Stock eines Hau-ses in der Amalienstrasse ein Zimmer genommen, und dort sasser nun, ausnehmend luftbedürftig von Natur, den ganzen Win-ter bei offenem Fenster, in Mantel und Plaid gehüllt, an seinemTisch und rang, halb hasserfüllt und halb in leidenschaft-licher Verfallenheit, von Schwierigkeiten umgeben und Cigaret-ten verdampfend, um den genauen deutschen Gegenwert für en-glische Wörter, Phrasen und Rhythmen. Er pflegte mit Adrianzu Mittag zu essen, im Hoftheater-Restaurant oder in einer derKeller-Gaststätten der inneren Stadt, hatte aber sehr bald,durch Leipziger Verbindungen, Zugang zu Privathäusern gefun-den und es erreicht, dass, von abendlichen Einladungen zuschweigen, da und dort auch mittags ein Gedeck für ihn auflag,

- etwa nachdem er mit der von seiner herrenmässigen Armut be-zauberten Hausfrau shopping gegangen war. So war es bei sei-nem Verleger, Inhaber der Firma Radbruch & Co. in der Fürsten-strasse; so bei den Schlaginhaufens , einem älteren, vermögen-den und kinderlosen Ehepaar, welches, der Mann von schwäbi-scher Herkunft und Privatgelehrter, die Frau aus MünchenerFamilie, in der Briennerstrasse eine etwas düstere, aberprächtige Wohnung innehatte. Ihr säulengeschmückter Salonwar der Treffpunkt einer das Künstlerische und das Aristo-

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