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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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nicht grossen Tons, aber von süssem Wohllaut und technischnicht wenig brillant. Selten hat man gewisse Sachen von Vi-valdi, Vieuxtemps und Spohr, die c-moll Sonate von Grieg,aber selbst auch die Kreutzer-Sonate und Stücke von C&sarFranck untadeliger gehört. Dabei war er schlichten Sinnes,von Literatur nicht berührt, jedoch besorgt um die gute Mei-nung geistig hochstehender Menschen, - nicht nur aus Eitelkeit,sondern weil er ernstlich Wert auf den Umgang mit ihnen legteund sich durch ihn zu heben, zu vervollkommnen wünschte. AufAdrian hatte er es gleich abgesehen, machte ihm den Hof, in-dem er geradezu die Damen darüber vernachlässigte, bat umsein Urteil, wollte von ihm begleitet sein, was aber Adrian da-mals stets ablehnte, zeigte sich begierig nach musikalischemund ausser-musikalischem Gespräch mit ihm und war - ein Zei-chen imgewöhnlicher Treuherzigkeit, aber auch von unbekümmer-tem Verständnis und einer natürlichen Kultur - durch keineKühle, Zurückhaltung, Fremdheit zu ernüchtern, einzuschüch-tern und abzustossen. Einmal, als Adrian wegen Kopfschmerzenund völliger gesellschaftlicher Unlust der Senatorin abgesagthatte und auf seinem Zimmer geblieben war, erschien plötzlichSchwerdtfeger bei ihm, in seinem cut-away und seiner schwarzenPlastron-Kravatte, um ihn, angeblich im Aufträge mehrereroder aller Gäste, zu überreden, doch zur Gesellschaft zu sto-ssen. Es sei so langweilig ohne ihn ... Das hatte etwasVerblüffendes, denn Adrian war ja keineswegs ein belebenderGesellschafter. Auch weiss ich nicht, ob er sich damalsgewinnen lies3. Allein trotz der Vermutung, dass er nur denGegenstand abgab für ein ganz allgemeines Bedürfnis, gewinnendzu wirken, konnte er sich eines gewissen glücklichen Erstaunensüber solche unverwüstliche Zutunlichkeit nicht enthalten. -Damit habe ich den Personenbestand des Rodde*sehen Salons,lauter Erscheinungen, deren Bekanntschaft nebst derjenigenvieler anderer Mitglieder der Münchener Gesellschaft, ich

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