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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Gewandtheit sächsischer Civilisation und war, ebenso gutmü-tig wie gefallsüchtig, ein eifriger Salonbesucher, der jedenfreien Abend in mindestens einer, meistens aber zwei bis dreiGesellschaften verbrachte, dem Flirt mit dem schönen Geschlecht,jungen Mädchen sowohl wie reiferen Frauen, selig hingegeben.

Leo Zink und er standen auf kühlem, zuweilen häkligem Fuss,

- ich habe oft bemerkt, dass die Liebenswürdigen sich unter-einander wenig mögen, und dass dies ebensowohl auf männlicheEroberer wie auf schöne Frauen zutrifft. Für mein Teil hatteich nichts gegen Schwerdtfeger, ja mochte ihn aufrichtig gern,und sein früher, tragischer Tod, der für mich noch mit beson-deren, unheimlichen Schauern umkleidet war, erschütterte michin tiefster Seele. Wie deutlich sehe ich den jungen Menschennoch vor mir mit seiner knabenhaften Manier, eine Schulterin den Kleidern zurechtzurücken und dabei einen Mundwinkelkurz grimassierend nach unten zu ziehen; mit seiner weiterennaiven Gewohnheit, jemanden im Gespräch gespannt und gleichsamentrüstet anzusehen: seine stahlblauen Augen wühlten dabeiförmlich in dem Gesicht des anderen, indem sie sich bald aufdas eine, bald auf das andere Auge desselben einstellten,indess seine Lippen aufgeworfen waren. Was hatte er nichtauch für gute Eigenschaften, ganz abgesehen von seinem Talent,das man in seine Liebenswürdigkeit einrechnen mochte. Frei-mut, Anständigkeit, Vorurteilslosigkeit, künstlerisch neid-lose Gleichgültigkeit gegen Geld und Gut, kurz, eine gewisseFeinheit, die auch aus dem Blick seiner - ich wiederhole es -schön stahlblauen Augen in dem allenfalls etwas bulldoggen-haft oder möpslich gebildeten, aber jugendlich anziehendenGesicht strahlte, waren ihm eigen. Oft musizierte er mit derSenatorin, die keine üble Pianistin war, - wobei er nun wiederjenem Knöterich ins Gehege kam, den es verlangte, sein Cellozu fegen, da doch die Gesellschaft es weit mehr auf RudolfsVorträge abgesehen hatte. Sein Spiel war sauber und kultiviert,

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