spielte recht wild und ungenau das Cello, wobei er heftigdurch seine Adlernase schnob die Frau, Natalia, brünett,mit Ohrringen und schwarzen, in die Y/angen sich biegendenRingellöckchen, von spanisch-exotischem Einschlag und eben-falls malerisch tätig; dann ein Gelehrter, Dr. Kranich, Nu-mismatiker und Konservator des Münzkabinetts, klar, fest undheiter-verständig von Redeweise, jedoch bei asthmatisch be-legter Stimme; ferner zwei befreundete Maler und Mitglie-der der Sezession, Leo Zink und Baptist Spengler, - Öster-reicher der eine, aus der Gegend von Bozen, und Spassmacherseiner gesellschaftlichen Technik nach, ein einschmeichelnderClown, der unaufhörlich in sanft schleppender Sprache sichselbst und seine überlange Nase ironisierte, ein etwas fau-nischer Typ, die Frauen mit dem wirklich sehr komischenBlick seiner dicht bäeinanderliegenden Rundaugen zum Lachenreizend, was immer ein guter Anfang ist, - der andere, Speng-ler, aus Mitteldeutschland gebürtig, mit sehr starkem blondenSchnurrbart, ein skeptischer Weltmann, vermögend, wenig ar-beitend, hypochondrisch, belesen, stets lächelnd im Gesprächund rasch mit den Augen blinzelnd. Ines Rodde misstrauteihm höchlichst, - inwiefern, sagte sie weiter nicht, sprachaber zu Adrian von ihm als einem versteckten Menschen undheimlichen Schleicher. Dieser gestand, dass Baptist Speng-ler etwas intelligent Beruhigendes für ihn habe, und er un-terhielt sich gern mit ihm, - gab aber viel weniger den Wer-bungen eines weiteren Gastes nach, der sich um seine Sprödig-keit zutraulich bemühte. Es war RudolfSchwerdtfeger, einbegabter junger Geiger, Mitglied des Zapfenstösser-Orchesters,das neben der Hofkapelle eine bedeutende Rolle im musikali-schen Leben der Stadt spielte, und in welchem er -unter denersten Violinen arbeitete. In Dresden geboren, aber seinerHerkunft nach eher niederdeutsch, ein Blondkppf, von mitt-lerer, netter Statur, besass er den Schliff, die einnehmende
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