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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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der Dissonanz von ihrer Auflösung, das Absolutwerden derDissonanz, wie es sich schon an manchen Stellen des spätenWagner-Satzes findet, würde jeden Zusammerikfeng rechtfertigen,der sich vor dem System legitimieren kann.

- Und wenn die Konstellation das Banale ergäbe, die Kon-sonanz, Dreiklangharmonik, das Abgenutzte, den vermindertenSeptimenakkord?

- Das wäre eine Erneuerung des Verbrauchten durch die Kon-stellation.

- Ich sehe da ein wiederherstellendes Element in deinerUtopie. Sie ist sehr radikal, aber sie lockert das Verbot,das doch eigentlich schon über die Konsonanz verhängt war.

Das Zurückgehen auf die altertümlichen Formen der Variationist ein ähnliches Merkmal.

- Interessantere Lebenserscheinungen, erwiderte er, -haben wohl immer dies Doppelgesicht von Vergangenheit undZukunft, wohl immer sind sie progressiv und regressiv in Einem.Sie zeigen die Zweideutigkeit des Lebens selbst.

- Ist das nicht eine Verallgemeinerung?

- Wovon?

- Von häuslichen nationalen Erfahrungen?

- Oh, keine Indiskretionen. Und keine Selbstgratulation!Alles, was ich sagen will, ist, dass deine Einwände - wennsie als Einwände gemeint sind - nicht zählen würden gegendie Erfüllung des uralten Verlangens, was immer klingt,ordnend zu erfassen und das magische Wesen der Musik in mensch-liche Vernunft aufzulösen.

- Du willst mich bei meiner Humanistenlehre nehmen, sagteich. - Menschliche Vernunft! Und dabei, entschuldige, ist"Konstellation" dein drittes Wort. Es gehört aber doch schonsehr der Astrologie. Die Rationalität, nach der du rufst,bat viel von Aberglauben, - vom Glauben an das ungreifbar

und vag Dämonische, das im Glückspiel, im Kartenschlagen und

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