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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Kunst selbst, des autonomen Werkes hegte. Er bezweifelte dieForm als Schein und Spiel, - so mochte ihm die kleine undlyrische Form des Liedes noch als die annehmbarste, ernsteste,wahrste gelten; sie mochte ihm seine theoretische Forderunggedrängter Kürze am ehesten zu erfüllen scheinen. Dabei sindnicht nur mehrere dieser Gesänge, wie gleich das0 liebMädel" mit dem Buchstaben-Symbol, wie ferner die "Hymne", die

"Lustigen Musikanten", "Der Jäger an den Hirten" und andere,

recht umfangreich, sondern Leverkühn wollte sie auch allezusammen immer als ein Ganzes, also als ein Werk betrachtetund behandelt wissen, das aus einer bestimmten stilistischenKonzeption, einem Grundlaut, der kongenialen Berührung miteinem bestimmten, wundersam hoch und tief verträumten Dichter-geist hervorgegangen war, und wollte niemals den Vortrag ein-zelner Stücke daraus, sondern stets nur die geschlossenecyklische Darbietung zulassen, von dem unsäglich irren undwirren "Eingang" mit den geisterhaften Schlusszeilen:

"0 Stern und Blume, Geist und Kleid

Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!"bis zu dem düster geharnischten und gewaltigen Schlussstück:"Einen kenne ich... Tod so heisst er", - ein rigoroser Vorbe-halt. der der öffentlichen Aufführung Zeit seines Lebensausserordentlich im Wege war, besonders da eines der Lieder,die "Lustigen Musikanten", für ein ganzes Quintett von Stimmen,Mutter, Tochter, die beiden Brüder und den Knaben, der "frühdas Bein gebrochen" hat, geschrieben ist, also für Alt, Sopran,Baryton, Tenor und eine Kinderstimme, die teils im Ensemble,teils einzeln, teils auch im Duett (nämlich der beiden Brü-der) diese Nummer 4 des Cyklus vorzutragen haben. Sie war dieerste, die Adrian orchestrierte, richtiger: gleich für einkleines Orchester von Streichern, Holzbläsern und Schlagzeugsetzte; denn viel ist in dem seltsamen Gedicht ja die Redevon den Pfeifen, dem Tambourin, den Schellen und Becken,

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