ihr zu finden. Warum müssen fast alle Dinge mir als ihreeigene Parodie erscheinen? Warum muss es mir Vorkommen, alsob fast alle, nein, alle Mittel und Konvenianzen der Kunstheute nur noch zur Parodie taugten? - Das sind wahrhaftigrhetorische Fragen, - es fehlte gerade, dass ich auch nochAntwort auf sie erwartete. Aber ein solch verzweifelt Herz,eine solche Hundeschnauze erachten Sie als * begabt* für dieMusik und rufen mich zu ihr, zu sich, statt mich lieber inDemut bei der Gotteswissenschaft ausharren zu lassen?
So Adrians abwehrendes Bekenntnis. Auch KretzschmarsAntwort liegt mir als Dokument nicht vor. In LeverkühnsNachlass hat sie sich nicht gefunden. Er wird sie eine Weilebewahrt und bei sich gehalten haben, und bei einem Aufent— .haltswechsel, dem Umzuge nach München, nach Italien, nachPfeiffering wird sie verloren gegangen sein. Übrigens habeich sie in fast ebenso genauer Erinnerung, wie Adrians Äu-sserungen, wenn ich damals auch keine Aufzeichnungen darübermachte. Der Stotterer beharrte bei seinem Ruf, seiner Mahnungund Lockung. Kein Wort in Adrians Brief, schrieb er, habeihn auch nur augenblicksweise an der Überzeugung irre machenkönnen, dass es die Musik sei, für die das Schicksal ihn,den Schreiber, eigentlich bestimmt habe, nach der es ihnverlange, die nach ihm verlange, und von der er sich, halbfeig, halb kokettisch, hinter halbwahren Analysen seinesCharakters und seiner Konstitution verstecke, wie er sichhinter der Theologie, seiner ersten, absurden Berufswahl, vorihr versteckt habe. 1 Ziererei, Adri, - und die VerstärkungIhres Hauptwehs ist die Strafe dafür. 1 Der Sinn für Komik,den er sich nachrühme, oder dessen er sich anklage, werdesich mit der Kunst weit besser vertragen, al3 mit seiner ge-genwärtigen künstlichen Beschäftigung, denn jene, im Gegen-satz zu dieser, könne ihn brauchen, - sie könne überhaupt .die abstossenden Charaktereigenschaften, die er sich nachsage,
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