sie wird, sie sollte mich zur Abstinenz bestimmen. Seht,guter Meister, so jung ich bin, hab ich von der Kunst einHinlängliches los, um zu wissen - und müsste nicht euer Schü-ler sein, es nicht zu wissen - , dass sie über das Schema,die Übereinkunft, die .Überlieferung, darüber, was Einer vomAndern lernt, über den Trick, über das 'Wie es gemacht wird*weit hinausgeht, aber unleugbar ist von alldem doch immerviel in ihr einschlägig, und ich sehe es kommen (denn dasAnticipieren liegt leider oder glücklicherweise auch in mei-ner Natur), dass ich mich vor der Abgeschmacktheit, die dastragende Gerüst, die ermöglichende Festigkeitssubstanz auchdes genialen Kunstwerks ist, vor dem, was Gemeingut, Kulturdaran ist, vor den Gepflogenheiten in der Erziehung des Schö-nen - dass ich mich davor genieren, davor erröten, daranermatten, Hauptweh daran kriegen werde, und das in allerBälde.
"Wie albern und anspruchsvoll wäre es, zu fragen: 'Ver-stehen Sie das?' Denn wie sollten Sie nicht! So geht eszu, wenn es schön ist: Die Celli intonieren allein, ein schwer-mütig sinnendes Thema, das nach dem Unsinn der Welt, dem Wozuall des Hetzens und Treibens und Jagens und einander Plagensbieder-philosophisch und höchst ausdrucksvoll fragt. DieCelli verbreiten sich eine Weile weise kopfschüttelnd und be-dauernd über dieses Rätsel, und an einem bestimmten Punktihrer Rede, einem wohl erwogenen, setzt ausholend, mit einemtiefen Eratmen, das die Schultern emporzieht und sinken lässt,der Bläserchor ein zu einer Choral-Hymne, ergreifend feierlich,prächtig harmonisiert und vorgetragen mit aller gestopftenWürde und mild gebändigten Kraft des Blechs. So dringt diesonore Melodie bis in die Nähe eines Höhepunkts vor, den sieaber, dem Gesetz der Ökonomie gemäss, fürs erste noch vermj&L-^detj sie weicht aus vor ihm, spart ihn aus, spart ihn auf,sinkt ab, bleibt sehr schön auch so, tritt aber zurück und
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