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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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er, sei der Ausdruck des Mangels an Wärme, an Sympathie, anLiehe, - und es frage sich allzu sehr, oh man mit ihr überhauptzum Künstler, dass heisse denn doch wohl immer: zum Liebha-ber und zum Geliebten der Welt tauge. - Palle dies beidesdenn aber weg, das Solisten-, das Dirigentenziel, - was bleibe?Nun, allerdings, die Musik als solche, die Versprechung undVerlobung mit ihr, das hermetische Laboratorium, die Gold-küche, die Komposition. Wundervoll! "Ihr werdet mich, FreundAlbertus Magnus, in die theoretische Geheimlehre einführen,und gewiss, ich fühle es, ich weiss es im Voraus, wie iches ein wenig schon aus Erfahrung weiss, ich werde keinenganz blöden Adepten abgeben. Alle Tricks und Zwänge werdeich auffassen, und zwar leicht, weil mein Geist ihnen entge-genkommt, der Boden für sie bereitet ist, manche Saat schonin sich hegt. Ich werde die prima materia veredeln, indemich ihr das magisterium beisetze und mit Geist und Feuer denStoff durch viele Engen und Retorten zur Läuterung treibe.Herrliches Geschäft! Ich kenne kein spannenderes, heimli-cheres, höheres, tieferes, besseres, keines, für das michzu gewinnen es geringerer Überredung bedürfte.

Und dennoch, warum warnt eine inwendige Stimme mich:

*0 Homo fuge*? Ich kann die Frage nicht vollständig arti-kuliert beantworten. Nur soviel kann ich sagen: Ich fürchtemich davor, der Kunst Promission zu machen, weil ich zweifle,ob meine Natur - ganz abseits von der Begabungsfrage - ge-schaffen ist, ihr Genüge zu tun, weil ich mir die robusteNaivetät absprechen muss, die, soviel ich sehe, unter anderem,und nicht zuletzt, zum Künstlertum gehört. Statt ihrer isteine rasch gesättigte Intelligenz mein Teil, von der ich wohlsprechen darf, da ich bei Himmel und Hölle schwören kann,dass ich mir keinen Deut darauf einbilde; und sie, nebstder damit verbundenen Ermüdbarkeit und Neigung zum Ekel (be-gleitet von Hauptweh) ist der Grund meiner Scheu und Sorge,

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