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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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jener Briefwechsel zwischen Halle und Leipzig hin und her:Kretzschmars einseitig beschriebene, mit grossen, steifen,gekratzten und spritzenden Buchstaben bedeckten Blätter undAdrians auf rauhem, gelblichem Papier in seiner ebenmässigenund leicht altertümlich gestalteten, etwas schnörkelhaftenHandschrift ausgeführten Botschaften, denen man es ansah,dass sie mit der Rundschriftfeder hergestellt waren. In denEntwurf zu einer von ihnen, sehr gedrängt und chiffernmässiggeschrieben, voll winziger Interpolationen und Korrekturen,aber ich war früh mit seiner Schreibtechnik genau vertrautund konnte stets alles von seiner Hand ohne Schwierigkeitlesen - in einem Briefentwurf von ihm also gewährte er mirEinblick und zeigte mir auch Kretzschmars Antwort. Er tates offenbar, damit ich von dem Schritt, den er vorhatte, nichtallzu überrascht sein möchte, wenn er sich tatsächlich zu ihmentschlösse. Denn noch war er nicht entschlossen, zögertesogar stark, in zweifelnder Selbstprüfung, wie aus seinemSchreiben hervorging, und wünschte offenbar, auch von mirberaten zu sein, - Gott wusste, ob lieber im warnenden oderim anspornenden Sinn.

Von Überraschung auf meiner Seite konnte nicht die Redesein und hätte nicht die Rede sein können, auch wenn ich ei-nes Tages, ohne Vorbereitung, vor vollendete Tatsache gestelltworden wäre. Ich wusste, was sich vorbereitete - ob es sichvollenden würde, war eine andere Präge? aber auch das war mirklar, dass seit Kretzschmars Übersiedelung nach Leipzig sei-ne Gewinnchancen bedeutend gestiegen waren.

In seinem Brief, der eine superiore Fähigkeit des Schrei-bers bekundete, kritisch auf sich selbst herabzublicken undmich als Bekenntnis, in seiner spöttischen Zerknirschtheit,ausserordentlich ergriff, setzte Adrian dem ehemaligen Mentor,der es wieder, und auf entschiedenere Weise wieder zu werdenwünschte, die Skrupel auseinander, die ihn von dem Entschluss

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