beim Du und Ihr und Wir sagen mich und wahrscheinlich auchdie anderen empfinden liess, dass auch er diesen Unterschiedahnte.
Schon zu Beginn seines vierten Semesters hatte ich Anzei-chen, dass mein Freund das theologische Studium noch vor demersten Examen abzubrechen gedachte.
XV
Adrians Beziehungen zu Wendeil Kretzschmar hattaa sich nie-mals gelöst oder gelockert. Der junge Beflissene der Gottes-wissenschaft sah den musikalischen Mentor seiner Gymnasial-zeit in jeden Ferien, wenn er nach Kaisersaschern kam, be-suchte ihn und beredete sich mit ihm in der Dom-Wohnung desOrganisten, sah ihn auch im Hause seines Onkels Leverkühnund bestimmte ein oder zweimal seine Eltern, ihn für das Wo-chenende nach Hof Buchei einzuladen, wo er ausgedehnte Spa-ziergänge mit ihm machte und Jonathan Leverkühn bewog, sei-nem Gast die Chladni*sehen Klangfiguren und den fressendenTropfen vorzuführen. Mit dem alternden Buchel-Wirt standKretzschmar sehr gut, weniger unbefangen dagegen, wenn auchkeineswegs auf irgendwie wirklich gespanntem Fuss, mit FrauElsbeth, vielleicht weil diese durch sein Stotterleiden ge-ängstigt wurde, das sich wohl eben darum in ihrer Gegenwart,hauptsächlich im direkten Gespräch mit ihr, verschlimmerte.
Es war merkwürdig: In Deutschland genisst doch die Musikdas populäre Ansehen, dessen sich in Frankreich die Litera-tur erfreut, und niemand ist bei uns befremdet, eingeschüch-tert, unangenehm berührt oder zu Missachtung und Spott ge-stimmt durch die Tatsache, dass Einer ein Musiker ist. Ichbin auch überzeugt, dass Elsbeth Leverkühn der Existenz von
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