ihn schweigsam machte, trug er lebhaft zu den Tagesgesprächenbei, und wenn die Natur ihm auch keine begeisterten Ausrufungenentlockte und er mit einer gewissen sinnenden Zurückhaltungauf sie blickte, so zweifle ich nicht, dass ihre Bilder,Rhythmen, hochingetragenen Melodien ihm tiefer in die Seeledrangen, als den Genossen, und habe bei manchem Vorübergangreiner, gelöster Schönheit, der sich aus seinem geistgespann-ten Werk hervortut, später an jene gemeinsamen Eindrückedenken müssen.
Ja, das waren angeregte Stunden, Tage und Wochen. DieSauerstofflabung durch das Freiluftleben, Eindrücke der Land-schaft und der Geschichte begeisterten diese jungen Leute undhoben ihre Gemüter zu Gedanken auf, die das Luxuriöse undfrei Experimentierende der Studentenzeit hatten, und fürdie sie im späteren trockenen Berufsleben, im Zustande desPhilistertums - und ob es auch ein geistliches Philistertumsein würde - gar keine Verwendung mehr haben würden. Oftbetrachtete ich sie bei ihren theologisch-philosophischenDebatten und stellte mir vor, dass manchem von ihnen spätereinmal seine H Winfried"-Zeit als der grösste Abschnitt seinesLebens erscheinen werde. Ich betrachtete sie und betrachteteAdrian - mit dem überdeutlichen Vorgefühl, dass sie ihm be-stimmt nicht so erscheinen werde. Vifar ich, als Nicht-Theolog,ein Hospitant unter ihnen, - er war es, obgleich Theolog,noch mehr. Warum? Ich spürte, nicht ohne Beklemmung, einenSchicksalsabgrund zwischen dieser strebend gehobenen Jugendund seiner Existenz, den Unterschied der Lebenskurve zwischengutem, ja vortrefflichem Durchschnitt, dem bald aus dem vagie-renden, versuchenden Burschentum ins bürgerliche Leben ein-zulenken bestimmt war, und dem unsichtbar Gezeichneten, derden Weg des Geistes und der Problematik nie verlassen, ihnwer weiss, wohin, weitergehen sollte, und dessen Blick, dessennie ganz ins Brüderliche sich lösende Haltung, dessen Hemmungen
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