lektische Spannung.
- Die Russen, sagte Deutschlin sentenziös, - haben Tiefe,aber keine Form. Die im Westen Form, aber keine Tiefe. Bei-des zusammen haben nur wir Deutsche.
- Na, wenn das keine völkische Bindung ist! lachte Hub-meyer.
- Es ist bloss die Bindung an eine Idee, versicherteDeutschlin. - Es ist die Forderung, von der ich spreche.
Unsere Verpflichtung ist exceptionell, durchaus nicht dasMass, in dem wir sie bereits erfüllen. Sollen und Sein klaf-fen bei uns weiter auseinander, als bei anderen, weil ebendas Sollen sehr hoch gesetzt ist.
- Man sollte bei alldem doch wohl vom Nationellen absehen,warnte Dungersheim, - und die Problematik mit der Existenzdes modernen Menschen überhaupt verbunden sehen. Es ist dochso, dass seit das unmittelbare Seinsvertrauen abhanden gekom-men ist, das in früheren Zeiten das Ergebnis des Hineinge-stelltseins in Vorgefundene Ganzheitsordnungen war, ich mei-ne sakral imprägnierte Ordnungen, die eine bestimmte Inten-tionalität auf die geoffenbarte Wahrheit hatten... dass seitihrem Zerfall und dem Entstehen der modernen Gesellschaftunser Verhältnis zu Menschen und Dingen unendlich reflektiertund kompliziert geworden ist und es nichts als Problematikund Ungewissheit mehr gibt, sodass der Entwurf auf die Wahr-heit in Resignation und Verzweiflung zu enden droht. DieAusschau aus der Zersetzung nach Ansätzen zu neuen Ordnungs-kräften ist allgemein, wenn man auch zugeben kann, dass siebei uns Deutschen besonders ernst und dringlich ist, und dassdie anderen nicht so an dem geschichtlichen Schicksal lei-den, entweder weil sie stärker, oder weil sie stumpfer
sind...
- Stumpfer, entschied von Teutleben.
- So sagst du, Teutleben. Aber wenn wir nun so die Schärfe
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