unseres Nachtquartiers brannte, über die Problematik unseresderzeitigen Lebens ergingen, indem er allerdings hinzufügte,es sei höchst geschmacklos, wenn Jugend die Jugend erörtere:Eine Lebensform, die sich selber bespräche und untersuche,löse eben damit als Form sich auf, und wahre Existenz habe nurdas direkt und unbewusst Seiende.
Dem wurde nun widersprochen? Hubmeyer und Schappeler wider-sprachen dem, und auch Teutleben war nicht einverstanden.
Es wäre doch noch schöner, meinten sie, wenn immer nur dasAlter die Jugend beurteilen und diese immer nur Gegenstandfremder Betrachtung sein dürfe, als ob sie nicht teilhabeam objektiven Geist. Sie habe aber teil daran, auch sofernes sich um sie selber handle, und müsse mitreden dürfen alsJugend über die Jugend. Es gäbe doch etwas, was man Lebens-gefühl nenne, und was dem Selbstbewuss'tsein gleichkomme, undwenn schon dadurch die Lebensform aufgehoben würde, dann wäreüberhaupt kein beseeltes Leben möglich. Mit dem blossenSein in Dumpfheit und Unbewusstheit, dem Ichthyosaurus-Dasein,sei garnichts getan, und heutzutage müsse man in Bewusstheitseinen Mann stehen und mit artikuliertem Selbstgefühl seinespezifische Lebensform behaupten - lange genug habe es ge-dauert, bis die Jugend als eine solche anerkannt worden sei.
- Die Anerkenntnis ist ab^r mehr von der Pädagogik, dasheisst von den Alten ausgegangen, hörte man Adrian sagen, - alsvon der Jugend selbst. Die fand sich eines Tages von einerZeit, die ja auch vom Jahrhundert des Kindes spricht und dieFrauenemanzipation erfunden hat, einer überhaupt sehr nach-giebigen Zeit, beschenkt mit dem Prädikat der selbständigenLebensform und stimmte natürlich eifrig zu.
- Nein, Leverkühn, sagten Hubmeyer und Schappeler, unddie anderen unterstützten sie, - da habe er unrecht, wenig-stens zum grossen Teile unrecht. Es sei das Lebensgefühlder Jugend selbst gewesen, das sich mit Hilfe der Bewusst-
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