durch Kultur, Überlieferung, Nachfolge, Konvention, Schab-lone zu erdulden hat, nicht ohne dass das Menschlich-Schöpfe-rische denn endlich doch als ein ferner Abglanz göttlicherSeinsgewalt, als ein Widerhall des allmächtigen Werderufs,und die produktive Eingebung allerdings als von oben kommendtheologisch anerkannt wurde. -
Übrigens, und völlig nebenbei gesagt, war es mir angenehm,dass auch ich, der Zugelassene von profaner Fakultät, durchmein Viola d’amore-Spiel gelegentlich, wenn man mich dazu auf-forderte, zur Unterhaltung beitragen konnte. Die Musik näm-lich galt viel in diesem Kreise, wenn auch nur auf eine gewis-se, zugleich prinzipielle und verschwommene Weise: man saheine Gotteskunst in ihr und hatte "ein Verhältnis'' zu ihr zuhaben, ein romantisch-andächtiges, wie zur Natur, - Musik,Natur und fröhliche Andacht, das waren nahe verwandte undvorschriftsmässige Ideen im Winfried-Verein, und wenn ich von"Mosensohnen" sprach, so findet dies Wort, das manchem viel-leicht auf Theologie-Studenten nicht passen zu wollen scheint,eben doch seine Rechtfertigung in dieser Gesinnungskombina-tion, in dem Geiste frommer Ungebundenheit und helläugigerAnschauung des Schönen, von dem auch jene Naturfahrten, aufdie ich nun zurtickkomme, bestimmt waren.
Zwei oder dreimal im Lauf unserer vier Hallenser Semesterwurden sie in corpore unternommen, so nämlich, dass Baworins-ki alle siebzig Mann dazu aufrief. An diesen Massen-Unter-nehmungen haben Adrian und ich uns nie beteiligt. Aber aucheinzelne, unter einander vertrautere Gruppen schlossen sichzu solchen Wanderungen zusammen, und so, im Verein mit einpaar besseren Gesellen, machten wir beide uns wiederholt dazuauf. Es waren der Erste Chargierte selbst, ferner der stäm-mige Deutschlin, dann ein gewisser Dungersheim, ein Carl vonTeutleben, und noch ein paar junge Leute, die Hubmeyer,Matthäus Arzt und Schappeler hiessen. An diese Namen erin-nere ich mich und ungefähr auch an die Physiognomien ihrer
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