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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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es ja spielst?

- Er phantasiert, erläuterte der lange Baworinski verstän-dig.

- Er phantasiert?! rief Probst aufrichtig erschrocken undspähte mit seinen wasserblauen Augen von der Seite nach Adri-ans Stirn, als ob er erwartete, sie in Fieberhitze Zu fin-den.

Alles brach in Lachen aus; auch Adrian tat es, indem erdie geschlossenen Hände auf der Klaviatur liegen liess undden Kopf darüber beugte.

- 0 Probst, was für ein Schaf bist du! sagte Baworinski. -Br improvisierte da, verstehst du das nicht? Er hat sich dasmomentan so ausgedacht.

- Wie kann er sich soviele Töne rechts und links auf ein-mal ausdenken, verteidigte sich Probst, - und wie kann ersagen, es ist nichts, von etwas, was er doch spielt? Mankann doch nicht spielen, was es nicht gibt?

- 0 doch, sagte Baworinski sanft. - Man kann auch spie-len, was noch nicht existiert.

Und ich habe es noch im Ohr, wie ein gewisser Deutschlin,Konrad Deutschlin, ein Stämmiger, mit Stirnsträhne, hinzu-fügte:

- Es ist alles einmal nichts gewesen, guter Probst, wasdann etwas geworden ist.

- Ich kann Sie... ich kann euch versichern, sagte Adrian,dass es wirklich nichts war, in jedem Sinn,-

Er musste sich nun aufrichten aus seiner vom lachen gebeug-ten Haltung, wobei man seinem Gesicht ansah, dass es ihm nichtleicht wurde und er sich blossgestellt fühlte. Ich erinneremich aber, dass eine längere, und keineswegs uninteressante,hauptsächlich von Deutschlin geführte Diskussion über dasCreative sich daran schloss, wobei die Einschränkungen erör-tert wurden,die dieser Begriff durch vielerlei Vorgegebenes,

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