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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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fügten wir nach Schleppfussens Diktat hinzu, bestehe in sei-nem Vermögen, aus dem Bösen das Gute hervorzubringen. DieseEigenschaft verlange, zu Gottes Ruhm, durchaus nach Betäti-gung, und sie könnte sich nicht offenbaren, wenn Gott nichtdie Kreatur der Sünde Übermacht hätte. In diesem Pall wäredem Universum jenes Gute vorenthalten worden, das Gott ausdem Bösen, aus Sünde, Leiden und Laster zu schaffen wisse,und weniger Anlass also hätten die Engel zum Lobgesange ge-habt. Nun entstehe freilich auch, umgekehrt, wie die Geschich-te fortwährend lehre, aus Gutem viel Böses, so dass Gott, umdieses zu vermeiden, auch das Gute verhindern müsste und über-haupt die Welt nicht sein lassen dürfte. Dies hätte jedochseinem Wesen als Schöpfer widersprochen, und darum habe erdie Welt, wie sie sei, nämlich mit Übel durchsetzt, erschaf-fen, d.h. sie zum Teil dämonischen Einflüssen überlassenmüssen.

Niemals wurde ganz klar, ob es eigentlich Schleppfussenseigene Lehrmeinungen waren, die er uns vortrug, oder ob esihm nur darum ging, uns mit der Psychologie der klassischenJahrhunderte des Glaubens vertraut zu machen. 'Gewiss hätteer nicht Theolog sein dürfen, -um sich nicht zu dieser Psy-chologie bis Zinn Einklänge sympathisch zu verhalten. DerGrund aber, weshalb ich mich wunderte, dass nicht mehr jungeLeute von seiner Vrolesung angezogen wurden, war der, dass,wann nur immer von der Macht der Dämonen über das Menschen-leben darin die Rede war, das Geschlechtliche eine hervor-stechende Rolle spielte. Wie hätte es auch anders seinkönnen? Der dämonische Charakter dieser Sphäre war ein Haupt-zubehör derklassischen Psychologie"; für sie bildete die-ses Gebiet den Vorzugstummelplatz der Dämonen, den gegebenenAnsatzpunkt für Gottes Gegenspieler, den Feind und Verderber.Denn grössere Hexenmacht hatte ihm Gott zugestanden über denBeischlaf, als sonst über jede menschliche Handlung: nicht

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