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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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heit des Universums, und ohne jenes wäre dieses nicht voll-kommen gewesen, darum liess Gott es zu, denn er war vollkommenund musste darum das Vollkommene wollen, - nicht im Sinne desvollkommen Guten, sondern im Sinne der Allseitigkeit und derwechselseitigen Existenzverstärkung. Das Böse war weit bö-ser, wenn es das Gute, das Gute weit schöner, wenn es dasBöse gab, ja, vielleicht - man konnte darüber streiten - wäredas Böse überhaupt nicht bös, wenn es das Gute, - das Guteüberhaupt nicht gut, wenn es das Böse nicht gäbe. Augustinuswar wenigstens so weit gegangen, zu sagen, die Punktion desSchlechten sei, das Gute deutlicher hervortreten zu lassen,das umso mehr gefalle und desto lobenswürdiger sei, wenn esmit dem Schlechten verglichen werde. Hier war freilich derThomismus mit der Warnung eingeschritten, es sei gefährlich,zu glauben, Gott wolle, dass das Böse geschehe, Gott wolledas weder, noch wolle er, dass Böses nicht geschehe, sondernohne Wollen und Nichtwollen erlaube er das Walten des Bösen,und das komme allerdings der Vollkommenheit zustatten. AberAbirrung sei es, zu behaupten, Gott lasse das Böse zu um desGuten willen; denn nichts sei für gut zu erachten, ausser,es entspreche der Idee "gut" durch sich selbst, nicht durchAkzidenz. Immerhin, sagte Schleppfuss, werfe hier das Problemdes absolut Guten und Schönen sich auf, des Guten und Schö-nen ohne Beziehung zum Bösen und Hässlichen, - das Problemder vergleichslosen Qualität. Wo der Vergleich entfalle, sag-te er, entfalle der Massstab, und weder von Schwerem nochLeichtem, weder von Grossem noch Kleinem könne da die Redesein. Das Gute und Schöne wäre dann entwest zu einem quali-tätslosen Sein, das dem Nichtsein sehr ähnlich und diesemvielleicht nicht vorzuziehen sei.

Wir schrieben das in unsere Wachstuchhefte, damit wires mehr oder weniger getrost nach Hause trügen. Die wahreRechtfertigung Gottes in Ansehung des Schöpfungsjammers, so

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