aus Liebe zu Gott, der sie geben musste, keinen Gebrauch zumachen.
So kam es heraus, etwas tendenziös, etwas boshaft, wennmich nicht alles täuschte. Kurzum, es irritierte mich. Ichliebe es nicht, wenn Einer Alles haben will, dem Gegner dasWort aus dem Munde nimmt, es umdreht und Begriffsverwirrungdamit treibt. Das geschieht heute mit grösster Kühnheit, undes ist die Hauptursache meiner Zurückgezogenheit. GewisseLeute sollten nicht von Freiheit, Vernunft, Humanität spre-chen, aus Reinlichkeitsgründen sollten sie es unterlassen.
Aber gerade von Humanität sprach Schleppfuss auch - natür-lich im Sinn der "klassischen Jahrhunderte des Glaubens", aufderen Geistesverfassung er seine psychologischen Erörterungengründete. Deutlich lag ihm daran, zu verstehen zu geben,dass Humanität keine Erfindung des freien Geistes sei, dassnicht ihm nur diese Idee zugehöre, dass es sie immer gegebenhabe, und dass beispielsweise die Tätigkeit der Inquisitionvon rührendster Humanität beseelt gewesen sei. Ein Weib,erzählte er, war zu jener "klassischen" Zeit gefänglich ange-nommen, prozessiert und eingeäschert worden, die volle sechsJahre Kundschaft mit einem Inkubus gehabt hatte, sogar ander Seite ihres schlafenden Mannes, dreimal die Woche, vorzüg-lich aber zu heiligen Zeiten. Sie hatte dem Teufel derge-stalt Promess gemacht, dass sie nach sieben Jahren ihm mitLeib und Seele anheimgefallen wäre* Sie hatte aber Stern ge-habt, denn noch gerade vor Ablauf der Frist liess Gott in sei-ner Liebe sie in die Hände der Inquisition fallen, und schonunter leichten Graden der Befragung legte sie ein volles undergreifend reuiges Geständnis ab, sodass sie höchstwahrschein-lich von Gott Verzeihung erlangte. Gar willig nämlich gingsie in den Tod, unter der ausdrücklichen Erklärung, dass, wennsie auch loskommen könnte, sie doch ganz entschieden den Brand-pfahl vor zöge, um nur der Macht des Dämorfe zu entgehen. So
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