denten ihn auf der Strasse grüssten, sehr tief zu ziehenpflegte, wobei er "ganz ergebener Diener!'sagte. Hach meinerMeinung schleppte er wirklich etwas den einen Fuss, doch wur-de das bestritten, und auch ich konnte mich meiner Beobachtungnicht jedesmal, wenn ich ihn gehen sah, mit Bestimmtheit ver-sichern, sodass ich nicht darauf bestehen und sie lieber ei-ner unterschwelligen Suggestion durch seinen Namen zuschrei-ben will, - die Vermutung wurde durch den Charakter seineszweistündigen Collegs gewissermassen nahegelegt. Ich erinne-re mich nicht genau, unter welchem Titel dasselbe im Vorle-sungs-Index angezeigt war. Der Sache nach, die freilich et-was im Vagen schwebte, hätte es "Religionspsychologie" hei-ssen können - hiess übrigens auch wohl wirklich so. Es warexklusiver Natur, auch keineswegs examenwichtig, und nur eineHandvoll intellektuell und mehr oder weniger revolutionärgerichteter Studenten, zehn oder zwölf, nahmen daran teil.Übrigens wunderte ich mich, dass es nicht mehr waren, dennSchleppfussens Produktion war anzüglich genug, um verbreite-tere Neugier zu erwecken. Nur zeigte sich bei dieser Gele-genheit, dass auch das Pikante seine Popularität einbüsst,wenn es mit Geist verbunden ist.
Ich sagte ja schon, dass die Theologie ihrer Natur nachdazu neigt und unter bestimmten Umständen jederzeit dazuneigen muss, zur Dämonologie zu werden. Hierfür war Schlepp-fuss ein Beispiel, wenn auch eines sehr fortgeschrittenerund intellektueller Art, da seine dämonische Veit- und Gottes-auffassung psychologisch illuminiert war und dadurch dem mo-dernen, wissenschaftlichen Sinn annehmbar, ja schmackhaft ge-macht wurde. Dazu trug noch seine Vortragsweise bei, dieganz danach angetan war, gerade jungen Leuten zu imponieren.
Er sprach völlig frei, distinkt, mühe- und pausenlos, druck-fertig gesetzt, in leicht ironisch gefärbten 7/endungen, -nicht vom Kathederstuhl aus, sondern irgendwo seitlich halb
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