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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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gepolsterten Zeigefinger in einen schattigen Winkel des Spei-sezimmers, wohin fast kein Strahl der über dem Esstisch schwe-benden Schirmlampe drang. - Seht! rief er. - Da steht er imEck, der Speivogel, der Wendenschimpf, der traurige, saureGeist und mag nicht leiden, dass unser Herz fröhlich sei inGott bei Mahl und Sang! Soll uns aber nichts anhaben, derKernbösewicht, mit seinen listigen, feurigen Pfeilen! Äpage!donnerte er, griff eine Semmel und schleuderte sie in denfinsteren Winkel. Hach diesem Strauss griff er wieder indie Saiten und sang "Wer recht in Freuden wandern will".

Dies alles war ja eher ein Schrecknis, und ich muss alssicher annehmen, dass auch Adrian es so empfand, obgleichsein Stolz ihm nicht erlaubte, seinen Lehrer preiszugeben.Immerhin hatte er nach jenem Teufelsgefecht auf der Strasseeinen Lachanfall, der sich nur langsam, unter ablenkendenGesprächen beruhigte. -

XIII

Mit einigen Worten aber muss ich noch einer Lehrerfigur ge-denken, die sich ihrer intrigierenden Zweideutigkeit wegenmeinem Gedächtsnis stärker eingeprägt hat, als alle anderen.Es war der Privat-Dozent Eberhard Schleppfuss, der damalszwei Semester lang zu Halle die venia legendi ausübte, um dannallerdings, ich weiss nicht, wohin, wieder von der Bildflächezu verschwinden. Schleppfuss war eine kaum mittelgrosse,leibarme Erscheinung, gehüllt in einen schwarzen Umhang, des-sen er sich statt eines Mantels bediente, und der am Halsemit einem Metallkettchen geschlossen war. Dazu trug er eineArt von Schlapphut mit seitlich gerollter Krempe, dessen Formsich dem Jesuitischen annäherte, und den er, wenn wir Stu-