men, sondern umschrieb und verdarb diesen auf volkstümlicheArt mit "Teubel", "Teixel", oder "Deixel". Aber gerade dieseshalb scheue, halb spasshafte Vermeiden und Verändern hatteetwas von gehässiger Realitäts-Anerkennung. Ausserdem verfüg-te er über eine Menge kerniger und ausgefallener Bezeichnun-gen für ihn, wie "St. Velten", "Meister Klepperlin". "DerHerr Dicis-et-non-facis" und "Der schwarze Kesperlin", dieebenfalls in jokoser Weise sein kräftig persönliches undanimoses Verhältnis zu Gottes Gegner zum Ausdruck brachten.
Da Adrian und ich bei Kumpf Visite gemacht hatten, wur-den wir ein und das andere Mal in seinen Familienkreis gela-den und hatten Abendessen mit ihm, seiner Gemahlin und ihrenbeiden grell rotwangigen Töchtern, deren gewässerte Zöpfe sofest geflochten, waren, dass sie ihnen schräge vom Kopf abstan-den. Sine von ihnen sprach den Segen, während wir uns dis-kret über unsere Teller neigten. Dann aber legte sich derHausherr, unter vielseitigen Expektorationen, die Gott undWelt, Kirche Politik, Universität und sogar Kunst und Thea-ter betrafen, und mit denen er unverkennbar Luthers Tischre-den nachahmte, gewaltig ins Zeug mit Essen und Trinken, zumZeichen und guten Exempel, dass er gegen Weltfreude und ge-sunden Kulturgenuss nichts einzuwenden habe; ermahnte auchuns wiederholt, brav mitzuhalten und die Gottesgabe, die Ham-melkeule, das Moselblümchen, nicht zu verschmähen und nahmnach verzehrter Süssspeise zu unserem Schrecken eine Guitarrevon der Wand, um uns, vom Tische abgerückt, mit übergeschla-genem Bein, zum Schollern ihrer Saiten mit dröhnender StimmeLieder zu singen wie "Das Wandern ist des Müllers Lust", auch"Lützows wilde, verwegene Jagd", die "Loreley" und "Gaude-amus igitur". - "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,der bleibt ein Narr sein Leben lang" - es musste kommen,und es kam. Er rief es aus, indem er vor unseren Augen sei-ne runde Frau um die Mitte fasste. Und dann wies er mit dem
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