Übrigens philosophierten wir selten so in diesen ländlichen,unbeschwerten Wochen. Im Ganzen war er damals zum Lachen undUnsinn machen mehr aufgelegt, als zu metaphysischen Gesprä-chen. Seinen Sinn für das Komische, sein Verlangen danachund seine Neigung zum Lachen, ja zum Tränen-Lachen habe ichschon früher zu bemerken gegeben, und ich hätte ein falschesBild von ihm vermittelt, wenn der Leser solche Ausgelassen-heit nicht mit seinem Charakter zu vereinigen wüsste. VonHumor möchte ich nicht sprechen; für mein Ohr lautet dasWort zu behaglich und mässig, um auf ihn zu passen. SeineLachlust schien vielmehr eine Art von Zuflucht und eine leichtorgiastische, mir niemals ganz liebe und geheuere Auflösungder Lebensstrenge, die das Erzeugnis ausserordentlicher Gabenist. Ihr freien Lauf zu lassen, bot jetzt der Rückblick aufdie vollendete Schulzeit, auf possenhafte Mitschüler- undLehrertypen Gelegenheit, wozu Erinnerungen kamen an jüngsteBildungserlebnisse, mittelstädtische Opern-Aufführungen, inderen Empirie es an burlesken Einschlägen, unbeschadet derWeihe des verkörperten Werkes selbst, nicht hatte fehlen kön-nen. So musste ein bauchiger und x-beiniger König Heinrichim "Lohengrin" herhalten und das runde, schwarze Mundloch imfusssackartigen Barte, aus dem er seinen polternden Basshatte verströmen lassen. Adrian wollte sich ausschütten überihn, - und das ist nur ein Beispiel, vielleicht ein allzukonkretes, für die Anlässe seiner Lachtrunkenheit. Oft wardiese viel gegenstandsloser, die reine Alberei, und ich ge-stehe, dass ich stets gewisse Schwierigkeiten hatte, ihm dabeizu sekundieren. Ich liebe das Lachen nicht so sehr und war,wenn er sich ihm überliess, immer gezwungen an eine Geschich-te zu denken, die ich nur durch seine eigene Überlieferungkannte. Sie stammte aus des Augustinus Le civitato Lei undlautete dahin, dass Cham, der Sohn des Noah und Vater Zoro-asters, des Magiers, der einzige Mensch gewesen sei, der bei
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