dienste", deren er sich bei seiner Handschlagrede bedient hat-te. Adrian wies nach, dass er sie von Goethe übernommen habe,der sie gern gebraucht oder auch häufig von "angeborenenVerdiensten" spreche, indem er durch die paradoxe Verbindungdem 7/ort "Verdienst" seinen moralischen Charakter zu nehmenund, umgekehrt, das Natürlich-Angeborene zu einem ausser-moralisch-aristokratischen Verdienst zu erheben suche. Darumhabe er sich gegen die Forderung der Bescheidenheit gewandt,die immer von den Natürlich-Benachteiligten komme, und erklärt;"Nur die lumpe sind bescheiden". Direktor Stoientin aber ha-be das Goethe'sehe Vort vielmehr im Geiste Schillers gebraucht,dem an der Freiheit alles gelegen gewesen sei, und der darumzwischen Talent und persönlichem Verdienst moralisch unter-schieden, Verdienst und Glück, die Goethe untrennbar ver-schränkt sehe, scharf von einander getrennt habe. Das tueauch der Direktor, wenn er die Natur Gott nenne und angeboreneTalente als die Verdienste Gottes um uns bezeichne, die wirin Demut zu tragen hätten.
- Die Deutschen, sagte der neugebackene Student, einenGrashalm im Munde, haben eine doppelgleisige und unerlaubtkombinatorische Art des Denkens, sie wollen immer eins unddas andere, sie wollen alles haben. Sie sind imstande, anti-thetische Denk- und Daseinsprinzipien in grossen Persönlich-keiten kühn herauszustellen. Aber dann vermantschen sie sie,gebrauchen die Prägungen der einen im Sinn der andern, brin-gen alles durcheinander und meinen, sie können Freiheit 'undVornehmheit, Idealismus und Naturkindlichkeit unter einenHut bringen. Das geht aber wahrscheinlich nicht.
- Sie haben es eben beides in sich, erwiderte ich, - sonsthätten sie’s in jenen Beiden nicht heraussteilen können. Einreiches Volk.
- Ein konfuses Volk, beharrte er, - und für die andernverwirrend.
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