keit ihnen immer zugefügt hatte. Immerhin hatte der würdigeDirektor der Gelehrten Schule der Brüder vom gemeinen leben,ein Pommer namens Dr. Stoientin, der sein Professor im Grie-chischen, Mittelhochdeutschen und Hebräischen gewesen war,es bei der privaten Abschiedsaudienz an einem Mahnwort indieser Richtung nicht fehlen lassen.
- Vale, hatte er gesagt, und Gott mit Ihnen, Leverkühn! -Der Segensspruch kommt mir vom Herzen, und ob nun Sie dieserMeinung sind oder nicht, ich fühle, dass Sie ihn brauchen kön-nen. Sie sind ein Mensch von reichen Gaben, und Sie wissenes - wie sollten Sie es nicht wissen? Sie wissen auch, dassDer dort oben, von dem alles kommt, sie Ihnen anvertraute, dennihm wollen Sie sie ja darbringen. Sie haben recht: NatürlicheVerdienste sind Verdienste Gottes um uns, nicht unsere eigenen.Sein Widerpartner ist es, durch Hochmut zu Palle gekommener selbst, der trachtet, es uns vergessen zu lassen. Das istein arger Gast und brüllender Löwe, der geht und sucht, welchener verschlinge. Sie sind von denen, die allen Grund haben,vor seinen Schlichen auf der Hut zu sein. Es ist ein Kom-pliment, das ich Ihnen da mache, nämlich dem, was Sie vonGottes wegen sind. Seien Sie's in Demut, mein Freund, nicht inTrutz und Poch; und bleiben Sie eingedenk, dass Selbstgenügedem Abfall gleichkommt, und dem Undank gegen den Spenderaller Gnaden!
So der wackere Schulmann, unter dem ich später noch an demGymnasium Lehrdienst versah. Adrian berichtete mir lächelndvon der Kommunikation auf einem der vielen Feld- und Waldspa-ziergänge, die wir in jener Osterzeit vom Hofe Buchei ausmachten. Denn dort verbrachte er nach dem Abitur einige Wo-chen der Freiheit, -und mich hatten seine guten Eltern zu sei-ner Gesellschaft mit eingeladen. Ich erinnerfe mich wohl desGesprächs, das wir damals im Schlendern über Stoientins Mahn-worte führten, besonders über die Redensart "Natürliche Ver-
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