des höchsten Wesens, des Urquells des Seins, zur Lehre vonGott und den göttlichen Dingen erhebt, da, so könnte man sa-gen, ist der Gipfel wissenschaftlicher Würde, die höchste undvornehmste Sphäre der Erkenntnis, die Spitze des Denkens er-reicht; dem beseelten Intellekt ist da sein erhabenstes Zielgesetzt. Das erhabenste, weil hier die profanen Wissenschaf-ten, zum Beispiel, meine eigene, die Philologie, mit ihr dieHistorie und andere, zum blossen Rüstzeug werden für den Dienstder Erkenntnis am Heiligen, - und das in tiefster Demut zuverfolgende Ziel auch wieder, weil es, nach dem Schriftworte,"höher ist als alle Vernunft" und der menschliche Geist dabeieine frömmere, gläubigere Bindung eingeht, als sonst irgendeine gelehrte Fachbeschränkung ihm auferlegt.
Dies ging mir durch den Sinn, als Adrian mir seinen Ent-schluss mitteilte. Wenn er ihn aus einem gewissen Instinktseelischer Selbstzucht gefasst habe, nämlich aus dem Verlan-gen, seinen kühlen und ubiquitären, alles leicht auffassenden,durch Superiorität verwöhnten Intellekt im Religiösen einzu-frieden und ihn darunter zu beugen, so wollte ich einverstan-den sein. Es hätte nicht nur meine immer im Stillen rege,unbestimmte Sorge um ihn beschwichtigt, es hätte mich auchtief gerührt; denn das Sacrificium intellectus, das, die an-schauende Kenntnis der anderen Welt notwendig mit sich bringt,muss desto höher veranschlagt werden, je stärker der Intel-lekt ist, der es bringt. - Aber ich glaubte im Grunde nichtan meines Freundes Demut. Ich glaubte an seinen Stolz, aufden ich meinesteils stolz war, und konnte im Grunde nicht zwei-feln, dass dieser die Quelle seines Entschlusses gewesen war.Daher die Mischung von Freude und Angst, die den Schrecken aus-machte, der mich bei seiner Mitteilung durchfuhr.
Er sah meine Verwirrung und schien sie dem Gedanken aneinen Dritten, seinen Musiklehrer zuzuschreiben.
- Du meinst gewiss, Kretzschmar wird enttäuscht sein, sagte
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