Abstraktion, dem Lauschenden, mit zusammengezogenen Brauenund geöffneten Lippen Beobachtenden die verschiedenen zeit-lichen und persönlichen Abwandlungen dieser reichsten, zu Sinnund Geist vielfältigst sprechenden Erscheinungsform der abso-luten Klangsschöpfung vor, spielte ihm Instrumentalwerke vonBrahms und Bruckner, Schubert, Robert Schumann und von Neue-ren und Neuesten, dazwischen solche von Tschaikcwsky, Borodinund Rimski;)—Kor ssakow» von Anton Dvorak, Berlioz, C6sar Franckund Chabrier, wobei er duich laute Erläuterungen beständigseine Einbildungskraft aufforderte, den pianistischen Schattenorchestral zu beleben: - Cello-Kantilene! rief er. Das müs-sen Sie sich gezogen denken! Fagott-Solo! Und die Flöte machtdiese Fiorituren dazu! Paukenwirbel! Das sind die Posaunen!Hier Einsatz der Violinen! Lesen Sie‘s in der Partitur nach!Die kleine Trompeten-Fanfare da lasse ich aus, ich habe nurzwei Händel
Er tat, was er konnte, mit diesen zwei Händen und fügteoft, krähend und krächzend, aber durchaus erträglich, ja hin-reissend durch innere Musikalität und enthusiastische Richtig-keit des Ausdrucks, seine singende Stimme hinzu. Abspringendund nebeneinanderstellend, kam er vom Hundertsten ins Tausend-ste, erstens, weil er Unendliches im Kopfe hatte und ihm beimEinen das Andere einfiel, dann aber besonders, weil es seinePassion war, zu vergleichen, Beziehungen aufzudecken,. Ein-flüsse nachzuweisen, den verschränkten Zusammenhang der Kul-tur blosszulegen. Es freute ihn, und stundenlang hielt ersich dabei auf, seinem Schüler sinnfällig zu machen, wieFranzosen auf Russen, Italiener auf Deutsche., Deutsche aufFranzosen gewirkt. Er liess ihn hören, was Gounod von Schu-mann hatte, was C^sar Franck von Liszt wie Debussy sich aufMussorgsky stützte, und wo D'Indy und Chabrier wagnerisierten.Zu zeigen, wie blosse Zeitgenossenschaft Wechselbeziehungenherstellt zwischen so verschiedenen Naturen wie Tschaikowsky
118