war ihm recht sehr gezwungen, allzu verwickelt und künstlicherschienen, um recht für seine Schäfchen zu taugen. Er wolltees neu und besser machen und eine Musik ins Werk setzen, die derEinfachheit ihrer Seelen besser entsprach und sie instandsetzen würde, es bei ihrer ausübenden Leistung zu einereigenen, schlichten Vollendung zu bringen. Eine sinnvolleund nutzbare Melodie-Lehre war mit kühner Raschheit beschlossen.Er dekretierte, dass "Herren" und "Diener" sein sollten in je-der Tonleiter. Indem er den Dreiklang als das melodische Cen-trum jeder gegebenen Tonart anzusehen beschloss, ernannte erdie zu diesem Akkord gehörigen Töne zu Meistern, die übrigenTöne der Leiter aber zu Dienern. Die Sylben eines Textesnun, auf denen der Akzent lag, hatten jeweils durch einenMeister, die unbetonten durch einen Diener dargestellt zuwerden*
Die Harmonie angehend, so griff er zu einem summarischenVerfahren. Er stellte Akkord-Tabellen für alle möglichen Ton-arten her, an deren Hand jedermann seine V/eisen bequem genugvier- oder fünfstimmig ausschreiben konnte, und rief damiteine wahre Woge von Komponierwut in der Gemeinde hervor. Esgab bald keinen Baptisten des Siebenten Tages, ob männlichoder weiblich, mehr, der es bei solcher Erleichterung nichtdem Meister nachgetan und Töne gesetzt hätte.
Der Rhythmus war der Teil der Theorie, dessen Bereinigungdem rüstigen Manne noch übrig blieb. Er tat es mit dem ent-schiedensten Erfolge. Sorgfältig folgte er mit der Komposi-tion dem Pall der Worte, einfach indem er betonte Silben mitlängeren Noten, unbetonte mit kürzeren versah. Eine festeBeziehung zwischen den Notenwerten herzustellen, kam ihm nichtin den Sinn, und gerade dadurch wahrte er seinem Metrum einebeträchtliche Biegsamkeit. Dass so gut wie alle Musik seinerZeit in wiederkehrenden Zeitmassen von gleicher Länge, inTakten also, geschrieben war, wusste er entweder nicht oder