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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Stadien, wie in ihren historischen Anfängen, und könne aufkurzer Bahn, abseits von dem Haupt-Gebirgsstock ihrer Ent-wicklung, einsam und unbelau3cht von der Welt, wunderlicheHöhen absonderlichster Schönheit erreichen. Und nun erzählteer uns eine Geschichte, die sich auf die skurrilste und nach-denklichste Weise in den Rahmen seiner diesmaligen Betrach-tungen fügte.

Um die Mitte des 18 Jahrhunderts hatte in seiner HeimatPennsylvania eine deutsche Gemeinde frommer Sektierer, Wieder-täufer nach ihrem Ritus, geblüht. Ihre führenden, geistlichangesehensten Mitglieder hatten als Cölibatäre gelebt und warendafür mit dem Namen der "Einsamen Brüder und Schwestern" ge-ehrt worden. Die Mehrzahl hatte mit dem Stande der Ehe eineexemplarisch reine und gottselige, arbeitsam streng geregelteund dietätisch gesunde Lebensweise voller Verzicht und Züch-tigkeit zu verbinden gewusst. Ihrer Siedelungen waren zweigewesen: die eine mit Namen Ephrata in Lancaster County, dieandere in Franklin County, Snowhill genannt; und alle hattenin Ehrfurcht aufgeblickt zu ihrem Oberhaupt, Hirten und geist-lichen Vater, dem Begründer der Sekte, einem Mann namensBeissel, in dessen Charakter sich innige Gottergebenheit mitden Eigenschaftem eines Seelenführers und Menschenbeherrschers,schwärmerische Religiosität mit einer kurz angebundenen Energievereinigt hatten.

Johann Conrad Beissel war von sehr armen Eltern aus Eber-bach in der Pfalz gebürtig und früh verwaist. Er hatte dasBäckergewerbe erlernt und als wandernder Handwerksburschemit Pietisten und Anhängern der baptistischen BrüderschaftBeziehungen angeknüpft, die schlummernde Neigungen, den Hangzu sonderlichem Wahrheitsdienst und freier Gottesüberzeugungin ihm geweckt hatten. Hierdurch einer Sphäre gefährlich nahegebracht, die bei ihm zulande als ketzerisch galt, hatte derDreissigjährige beschlossen, die Unduldsamkeit der alten Erde

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