Zustände pietätvoll zu gedenken und sie feierlich beschwörendheraufzurufen, kurz, ihre Elemente ?u zelebrieren. Sie feiertedamit, sagte er, ihre kosmische Gleichnishaftigkeit; denn jeneElemente seien gleichsam die ersten und einfachsten Bausteineder Welt, ein Parallelismus, den ein philosophierender Künst-ler jüngst vergangener Tage - es war wieder Wagner, von dem ersprach, sich klug zunutze gemacht habe, indem er die Grundele-mente der Musik in seinem kosmogonischen Mythos vom "Ring derNibelungen" sich mit denjenigen der Welt habe decken lassen.
Bei ihm habe der Anfang aller Dinge seine Musik: die Musik desAnfangs sei das und auch der Anfang der Musik, der Es-dur-Drei-klang der strömenden Rheinestiefe, die sieben Primitiv-Akkorde,aus denen, wie aus cyklopischen Quadern von Urgestein, die Burgder Götter sich aufbaue. Geistreich in grossem Stil, habe erden Mythos der Musik zugleich mit demjenigen der Welt gegeben,habe, indem er die Musik an die Dinge band und diese in Musiksich aussprechen liess, einen Apparat sinniger Simultaneitätgeschaffen, - höchst grossartig und bedeutungsschwer, wennauch am Ende wohl ein wenig zu gescheit im Vergleich mit ge-wissen Offenbarungen des Elementaren in der Kunst reiner Musi-ker, Beethoven und Bachs, zum Exempel in dem Präludium derCello-Suite dieses letzteren, - auch einem Es-dur-Stück undaufgebaut auf primitive Dreiklänge, wobei nur die nächstliegen-den verwandten Tonarten berührt würden und die Cellostimmenichts anderes, als geradezu das Einfachste, Fundamentalste,die schlichte Wahrheit, möchte man sagen, anfänglich-arglosausspreche. Um für die Naturreinheit, die lautere Erst- undEinmaligkeit dieser Hervorbringung sich empfänglich zu erwei-sen (sagte uns der Vortragende vom Klavier aus, dessen er sichzur Beglaubigung seiner Worte bediente), müsse das Herz, wiees in der Schrift heisse, "mit Besemen gekehret" - es müssejener Verfassung vollkommener Leere und Bereitschaft fähig sein,den die mystische Vorschrift zur Bedingung mache für den