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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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wollte erst schnöde davon reden, bevor er sich zu den obigenÄusserungen verstand. Eine andere Entdeckung, um nicht zu sa-gen: Entlarvung, war dieser bereits vorausgegangen; ich erwähntesie schon im voraus: es war die seiner autodidaktischen undheimlichen Auskundschaftung der Klaviatur, der Akkordik, derWindrose der Tonarten, des Quintenzirkels, und dass er, ohneKotenkenntnis, ohne Fingersatz, diese harmonischen Funde zuallerlei Modulationsübungen und zum Aufbau rhytmisch recht un-bestimmter melodischer Gebilde benutzte. Als ich's entdeckte,war er im Fünfzehnten. Nachdem ich ihn eines Nachmittags inseinem Zimmer vergebens gesucht, fand ich ihn vor einem klei-nen Harmonium, das in einem Duchgangszimmer des Wohngeschos-ses seinen ziemlich unbeachteten Platz hatte. Eine Minutevielleicht hatte ich an der Tür stehend ihm zugehört, miss-billigte aber diesen Zustand und trat heran, indem ich ihnfragte, was er da treibe. Er liess die Bälge ruhen, nahmdie Hände vom Manuale und errötete lachend.

- Müssiggang, sagte er, - ist aller Laster Anfang. Ichlangweilte mich. Wenn ich mich langweile, bastle und stüm-pere ich hier zuweilen herum. Der alte Tretkasten steht soverlassen, hat aber bei aller Demut das Ganze in sich. Schau,es ist kurios, - das heisst, natürlich ist nichts Kuriosesdaran, aber wenn man es selber zum ersten Male so ausmacht,ist es kurios, wie das alles zusammenhängt und im Kreise her-umführt.

Und er liess einen Akkord ertönen, lauter schwarze Tasten,fis, ais, cis, fügte ein e hinzu und demaskierte dadurch denAkkord, der wie Fis-dur ausgesehen hatte, als zu H-dur gehö-rig, nämlich als dessen fünfte oder Dominant-Stufe. "So einZusa mm enklang, meinte er, - hat an sich keine Tonart. Allesist Beziehung, und die Beziehung bildet den Kreis." Das a,welches, indem es die Auflösung in gis erzwingt, von H- nachE-dur überleitet, führte ihn weiter, und so kam er über a, d

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