dass das alles
man ihr Wirken durch Experimente blossstellt, -ganz nahe mit Hexerei zu tun habe, ja schon in ihr Bereich falleund selbst ein Werk des "Versuchers" sei, war die Überzeugungfrüherer Epochen: eine respektable Überzeugung, wenn man michfragt. Ich möchte wissen, mit welchen Augen man damals denMann aus Wittenberg angesehen hätte, der, wie wir von Jonathanhörten, vor hundert und einigen Jahren das Experiment dersichtbaren Musik erfunden hatte, das wir zuweilen zu sehen be-kamen. Zu den wenigen physikalischen Apparaten, über dieAdrians Vater verfügte, gehörte eine runde und frei schwebende,nur in der Mitte auf einem Zapfen ruhende Glasplatte, auf derdieses Wunder sich abspielte. Die Platte war nämlich mit fei-nem Sande bestreut, und vermittelst eines alten Cellobogens, mitdem er von oben nach unten an ihrem Rande hinstrich, versetzteer sie in Schwingungen, nach welchen der erregte Sand sich zuerstaunlich präzisen und mannigfachen Figuren und Arabesken ver-schob und ordnete» Diese Gesichtsakustik, worin Klarheit undGeheimnis, das Gesetzliche und Wunderliche reizvoll genug zu-sammentraten, gefiel uns Knaben sehr; aber nicht zuletzt um demExperimentator eine Freude zu machen, baten wir ihn öfters,sie uns vorzuführen.
Ein verwandtes Gefallen fand er an Eisblumen, und halbeStunden lang konnte er sich an Wintertagen, wenn diese kri-stallischen Niederschläge die bäuerlich kleinen Fenster desBucheihauses bedeckten, mit blossem Auge und durah sein Ver-grösserungsglas, in ihre Struktur vertiefen. Ich möchte sagen:alles wäre gut gewesen und man hätte darüber zur Tagesordnungübergehen können, wenn die Erzeugnisse sich, wie es ihnen zu-kam, im Symmetrisch-Figürlichen, streng Mathematischen undRegelmässigen gehalten hätten. Aber dass sie mit einer gewis-sen gaukelnden Unverschämtheit Pflanzliches nachahmten, aufswunderhübscheste FarrenwedeD., Gräser, die Becher und Sternevon Blüten vortäuschten, dass sie mit ihren eisigen Mitteln
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