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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Hier kann ich, wie so oft, nicht umhin, mich im Vorüberge-hen an dem inneren und fast geheimnisvollen Zusammenhang desaltphilologischen Interesses mit einem lebendig-liebevollenSinn für die Schönheit und Vernunftwürde des Menschen zu wei-den, - diesem Zusammenhang, der sich schon darin kundgibt,dass man die Studienwelt der antiken Sprachen als die "Huma-nioren" bezeichnet, sodann aber darin, dass die seelische Zu-sammenordnung von sprachlicher und humaner Passion durch dieIdee der Erziehung gekrönt wird und die Bestimmung zum Jugend-bildner sich aus derjenigen zum Sprachgelehrten fast selbst-verständlich ergibt. Der Mann der naturwissenschaftlichen Re-alien kann wohl ein Lehrer, aber niemals in dem Sinn und Gradeein Erzieher sein wie der Jünger der bonae literae. Auch jeneandere, vielleicht innigere, aber wundersam unartikulierteSprache, diejenige der Töne (wenn man die Musik so bezeichnendarf), scheint mir nicht in die pädagogisch-humane Sphäre ein-geschlossen, obgleich ich wohl weiss, dass sie in der griechi-schen Erziehung und überhaupt im öffentlichen Leben der Poliseine dienende Rolle gespielt hat. Vielmehr scheint sie mir,bei aller logisch-moralischen Strenge, wovon sie sich wohl dieMiene geben mag, einer Geisterwelt anzugehören, für deren im-bedingte Zuverlässigkeit in Dingen der Vernunft und Menschen-würde ich nicht eben meine Hand ins Feuer legen möchte. Dassich ihr trotz dem von Herzen zugetan bin, gehört zu jenen Wi-dersprüchen, die, ob man es nun bedauere oder seine Freudedaran habe, von der Menschennatur unabtrennbar sind.

Dies ausserhalb des Gegenstandes. Und auch wieder nicht,da die Frage, ob zwischen der edel-pädagogischen Welt des Gei-stes und jener Geisterwelt, der man sich nur unter Gefahrnaht, eine klare und sichere Grenze zu ziehen ist, sehr wohlund nur zu sehr zu meinem Gegenstände gehört. Welcher Be-reich des Menschlichen, und sei es der lauterste, würdigwohlwollendste, wäre wohl ganz unzugänglich dem Einfluss der

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