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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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"Gross und extrem ist Euere Suende, Frau, und bis zum Grundehabt Ihr sie dem Papste gestanden. Diese Gruendlichkeit im Ex-trem ist groessere Busse, als wenn Ihr nach Eures SuendengattenVerfuegung den Bettlern die Fuesse wuschet. Ihr seid gewaertig,dass ich die Arme hebe und Euch verfluche. Hat Euch nie jemandgesagt, der Gott studiert hatte, dass Er wahre Reue als Busse an-nimmt fuer alle Suenden, und dass ein Mensch, sei seine Seeleauch noch so krank, - wenn sein Auge nur eine Stunde nass wirdvon Herzensreue, so ist er gerettet?"

"Doch, ich hoerte es schon", antwortete sie, "und es istueberwaeltigend, es vom Papste wiederzuhoeren. Aber nicht allei-ne will und kann ich gerettet sein, sondern nur zusammen mit ihm,meinem Gattenkinde. Geruht) Wie steht es mit ihm?"

"Vorderhand", sagte er, "frag ich das Euch. Ihr habt niegehoert seit damaliger Zeit, was aus ihm geworden, ob er lebendist oder tot?"

"Nie, Herr, hab ich von ihm gehoert. Ob er aber lebend istoder tot, davon halte ich sehr, dass er tot. Denn aus Maennlich-keit hat er bestimmt so gewaltige Busse auf sich genommen, dasser sich uebernommen hat, Meinte er doch, seine Suende ueber-traefe die meine, was ich nicht zugeben kann. Denn wenn auchall sein Fleisch und Bein aus Suende bestand - aus seiner ElternSuende so hat er doch damit nur insofern gesuendigt, als erunwissentlich bei seiner Mutter ruhte. Ich aber habe mir mitdem Bruder den Gatten gezeugt."

"Das Mass der Suendhaftigkeit", versetzte er, "ist strittigvor Gott, umso mehr, als dein Kind dort, wo die Seele keineFaxen macht, ebenfalls recht gut wusste, dass es seine Mutterwar, die er liebte."

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