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Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
306
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"Vater der Kristenheit, wie schwer beschuldigt Ihr ihn!"

"Nicht zu schwer« Der Papst wird mit dem Fant nicht schonen-der umgehen, als Ihr mit Euch umgegangen seid« Ein Juengling,der auszieht, seine Mutter zu suchen und sich ein Weib erkaempft,das, sei es noch so schoen, seine Mutter sein koennte, muss damitrechnen, dass es seine Mutter ist, die er heiratet« Soviel vonseinem Verstände. Seinem Blute aber war die Einerleiheit vonWeib und Mutter vertraut, lange bevor er die Wahrheit erfuhr undsich gar komoediantisch darueber entsetzte«"

"Es spricht der Papst. Und doch kann ichs nicht glauben."

"Frau, er hat es Uns selbst gesagt."

"Wie, wie? So habt Ihr ihn gesehen vor seinem Tode?"

"Er ist durchaus am Leben."

"Ich fass es nicht 1 Wo, wo ist er?"

"Nicht weit von hier, Wuerdet Ihr Euch getrauen, ihn zu er-kennen, wenn Gott ihn Euch zeigte?"

"Heiligkeit, auf den ersten Blicki"

"Und lasst mich weiter fragen: Waer es Euch wohl sehr pein-lich, ihn wiederzusehen, oder ueberwoege die Freude?"

"Sie ueberwoege nicht nur, sondern selig waere sie ganzallein auf dem Plan. Gnade, Herr! Lasst mich ihn sehen!"

"So seht erst dies."

Und er zog unter den Papieren des Tisches ein Ding hervor,das reichte er ihr: aus Helfenbein, gerahmt und zum Brief be-schrieben, die Tafel. Sie hielt sie in ihren Haenden.

"Wie wird mir?" sprach sie. "Das Stueck ist dies, wovon ichEuch sagte, und das ich dem Kinde mitgab ins Faesslein vor sieb-zehn Jahren und dreien und fuenfen. Gott, du mein Gott, ichhalte es wieder - zum dritten Mal. Als ich es beschrieb mit des