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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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Gebuerte hoch sei die Greisin, doch nun schon lang eine Buesse-rin und erflehe die Gnade, sich dem Vater der Kristenheit zuFuessen zu werfen und ihm ihres Lebens Greuel zu Ohre beichtenzu duerfen, die allerdings schwer und entsetzlich zu hoeren sei-en; man muesse ein Mann von grosser Festigkeit sein, um es aus-zuhalten und auch zu glauben, dass Gott es aushalten koenne. Sowill ich schreiben* um den Nomenculator und den Herrn Papst dochvielleicht neugierig zu machen* Wozu waeren wir Frauen, wennwir nicht etwas Schlaeue sollten spielen lassen bei solcher Gele-genheit? Kurzum, der Brief ist so gut wie fertig in meinem Kopf;ich brauche ihn nur auf Pergament zu setzen, und Penkhart sollihn nach Rom tragen. Deine Sache aber will ich schon unterder-hand mit einfliessen lassen, wenn der Papst mir Gehoer schenkt*Die wird er bestimmt vertragen koennen, wenn wirklich ist sievergleichsweise ja nur zum Laecheln ." 1 -

"Und Penkhart? sagte sie einige Monate spaeter zu Gudula.

"Wo bleibt er nur? Gross ist meine Ungeduld und macht mir dieZeit wohl laenger, als sie ist, aber ich schaetze doch, dass ernachgerade zuruecksein muesste, sei es mit Gewaehrung oder Ver-weigerung, aber zurueck muss er doch kehren. Meine Ungeduld,Gudula, will sich in Besorgnis wandeln, nicht meinet-, sondernseinet- -und deinetwegen. Denn wie staende ich da vor dir, waereihm etwas zugestossen auf der Reise und v/ir hoerten nie wiedervon ihm, weil er von Raeubern erschlagen worden oder in einenAbgrund gestuerzt ist? Das waere mir schrecklicher, als wenner Verweigerung braeohte."

"Seid nur getrost, Frau, und geduldet Euchi" troestete Gu-dula sie, die Haende in den Aermeln. "Mein Penkhart, der kommtschon durch."

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