er's geradezu darauf angelegt, dass mit dem orbis auch sie von.ihm hoere. War er nicht etwa gar ein so grosser Papst geworden,damit sein Ruhm ueberall hin und also auch zu ihr dringe? Jeden-falls war er ja auch ein so guter Herzog gewesen, weil er’s umihretwillen, die er betrog, so sehr noetig hatte* Man muss esnur noetiger haben, als andere, dann macht man sich bei derMenschheit einen Namen.
So war denn also in der Frau der Entschluss gereift, aufihre alten Tage nach Rom zu dem heiligen Papste zu pilgern undihm, den es mindestens interessieren musste, diesen ganzen Fallextremer und verschlungener Suendhaftigkeit, dessen Mittelpunktsie war, zu Gehoer zu bringen, damit sie allenfalls Rat und Trostvon ihm erlange. Sie sagte es auch zu Gudula, ihrer Gehilfin*
"Gudula’', sagte sie, "mir ist eingegeben, und meine Gebetehaben es in mir zur Reife gebracht, dass ich zu diesem grossenPapste wallen und ihm meine ganze unerhoerte Geschichte zu Ohrebeichten will. Es ist ihm ein solches Uebermass von Suendhaftig-keit wohl noch garnicht vorgekommen, und es gebuehrt sich, dasser davon erfaehrt* Er allein kann dies Uebermass mit GottesGnadenfuelle vergleichen und abmessen, ob die davon ueberstiegenwird, oder ob sie, als Uebermass ebenfalls, ihm gewachsen istund meiner Suende die Wage haelt. Man kann es nicht wissen.Vielleicht wird er die Haende heben, mich aus der Kristenheitfluchen und mich dem gluehenden Pfuhl ueberantworten. Dann isteben alles aus, und ich weiss Bescheid. Vielleicht aber findeich Ruhe durch diese Beichte - Ruhe hier und ein wenig Seligkeitdort, wenn auch nur eine eingeschraenkte, - fuer mich und die,die ich liebte.”
Gudula hoerte das kopfnickend an, die Haende in den Aermeln