II
groesstmoeglicher Vereinzelung hier am See.
"Was ist Eure Hantierung?"'fragte der Kurze.
"Ich bin ein Fischer", lautete die Antwort.
Da sahen die Beiden einander an und nickten. Der Eine zogseine dichten schwarzen Brauen dabei empor, dem Andern sank derMundwinkel noch froemmer hinab.
"Hoer, Graubart", sagte wieder der Kurze, "wolle uns nichtverhehlen: Ist es vielleicht, dass hier im Bereich deiner Ein-oede ein Stein sich befindet, ein wilder, ein weltferner Felsen-sitz oder wie du den Aufenthaltsort nun benennen willst?"
"Nein, Herr, einen solchen kenne ich nicht", antworteteder Befragte und schuettelte ein fuer allemal den Kopf zu seinemBescheid.
"Gar keinen solchen ringsum? Du bist ein Fischer, sofischest du wohl in dem See von grosser Geraeumigkeit, der sichdort erstreckt?"
"Ja, Herr, dort finde ich meine Nahrung."
"Und hat der See wohl Riffe, Klippen, wenn du so willst,die ueber das Wasser treten, oede Inseln also, von denen maneine oder die andere allenfalls als einen wilden Stein an-sprechen koennte?"
"Nein, Herr, meiner Seel 1 , den See sollt* ich kennen, weissaber von keinem Inselsteine in seinen Wassern."
"Warum weinet dein Weib?" fragte ploetzlich der Lange undwies mit dem Finger, an dem ein hoher Siegelring sass, auf desFischers Frau.
"Die weinet meistens", gab der Mann rauh zur Antwort.
"Sie hat ein weinerliches Gemuet."
"Selig sind die Sanftmuetigen", sprach der mit dem Ring.
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