uebel, was die oberen Bezirke seines Gedaechtnisses betraf; denner sah immerhin Leute, wenn er seine Ploetze, Schleie und Bitter-linge zwei Stunden weit in das naechste Dorf zu Markte brachte,und das zerstreute ihn» Die Frau aber sah gar niemanden, sielebte und welkte ganz allein in der Einoede an ihres unwirsehenMannes Seite, und da sie keinen Grund hatte, wie er, das Vorkomm-nis von damals aus ihrer Erinnerung zu verbannen, so hegte siees still in der Seele durch all die Jahre und gedachte des schoe-nen, demuetigen Bettlers, den sie aus dem Regen zurueckgeholt unddem sie Schilf zum Lager gespreitet* gedachte seiner sehr haeufig*ja taeglich, und Traenen traten ihr dabei in die Augen.
Das will nicht viel besagen, dass ihr die Augen näss wurdenbeim Gedenken, denn ueberhaupt weinte sie sehr leicht; will sa-gen: sie weinte nicht gerade, doch ohne dass ihre Miene sich Ver-sender t haette und ohne sichtlichen, noch auch nur ihr bekanntenAnlass gingen in aller Stille die Augen ihr ueber, und ein paarTraenen rollten ihr ueber die abgezehrten Wangen, weshalb ihrMann, der Fischer, sie stets eine Heulliese nannte. Er naemlichwurde von dem Zusammenkommen mit Menschen und vom Handel und Wan-del mit ihnen hart, fest und ordinaer erhalten, da das Weib, ganzohne diese Erfrischung, von Einsamkeit seelenzart war und empfind-sam wie Sinnkraut»
Nun kam fuer sie beide ein Tag - das war in mancherlei Hin-sicht ein Tag der Wunder, dieser und dazu der naechste! Sehrguenstig hatte der Tag begonnen, denn frueh morgens hatte derFischer mit dem Hamen im See einen vortrefflichen Fisch gefangen,einen Hecht, desgleichen sah man nur selten. Es war ein wahresExamplum von einem Hecht, schon mehr ein Hai, mehr als sechsPuss lang, schoen schwarz gefleckt, das gierige Maul mit. Raub-
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