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Der Erwählte : Roman
Entstehung
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quillt hervor, wovon mein Herz voll ist, und womit auch das dei-ne zu erfuellen es mich unwiderstehlich draengt« Noch einmaldenn, wie du mich hier siehst, ist mir vor weniger als zweiStunden eine Offenbarung zuteil geworden .' 1

"Eine Erscheinung und eine Offenbarungi" wiederholte Probus,indem er die Hand des Freundes presste. "Ich beschwoere dich,wie geschahen sie dir?"

"Folgendermassen", versetzte Liberius. "Sehr gut kennst duden kleinen, vor meinem Speisezimmer gelegenen Soeller mit sei-ner von Epheu umsponnenen Balustrade, von wo man den Blick aufden Huegel der Gruendung und auf unsere aeltesten Heiligtuemergeniesst. Dorthin hatte ich mir nach der Mahlzeit einen Sesselruecken lassen, in dem ich ruhte, sorgenden Gedanken hingegebenueber das Schicksal der Kirche, das wir in unserer Ohnmacht undVerwirrung Gott anheimgegeben haben. Du wirst sagen, ich seidarueber in Schlummer gefallen, da ich ein Traumgesicht hatte.Ich moechte j edoch eher von einem Wachgesicht sprechen, wenn ichauch zugebe, dass der Zustand, in dem man Gesichte hat, nichtderj enige gemeinen Wachens ist. Vor mir an der Balustrade standein ruehrendstes Lamm, das zu meiner unsaeglichen Ergriffenheitaus der Seite blutete, seinen Mund auftat und mit liebeerwecken-der Stimme zu mir das Wort sprach -"

"Habetis papaml" rief Probus.

"Ich bewundere", erwiderte Liberius, "deine Divination.

Ja, so sagte es. 'Ein Papst', sprach es, 'ist euch erwaehlt.Seines Namens Gregorius, sitzt er, fern von hier, seit siebzehnJahren auf einem wilden Stein, und ihm gehoert der Stuhl. Duaber bist erwaehlt, dies zuerst zu vernehmen.

"Sagte es das auch zu dir?" fragte der Anicier nicht ohne

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