nicht ohne dass der Hausherr den Dienern eingeschaerft haette,ihre Unterredung unter keinen Umstaenden zu stoeren.
”So ungeduldig ich bin, mich dir zu eroeffnen, mein Probus",sagte er, als sie neben einander auf einer mit Kissen belegtenSteintruhe Platz genommen hatten, die ich bei naeherem Hinsehenfuer einen Prunksarg aus anderen Zeiten halte," - so moechteich dich, der Gastlichkeit die Ehre gebend, doch auffordern,denAnfang zu machen und mir zu sagen, was du auf dem Herzen hast."
"Ich danke dir, mein Freund", erwiderte Probus, "aber dieRechtlichkeit gebietet mir, dich darauf aufmerksam zu machen,dass, wenn ich dir meine Mitteilung gemacht haben werde, ueber-haupt von nichts anderem mehr wird die Rede sein koennen. Darumbitte ich dich, zuerst zu sprechen."
"Ich kann es billigerweise nicht tun", versetzte Liberius,"denn es ist umgekehrt meine UeberZeugung, dass, wenn ich ge-sprochen habe, es zu einer Diskussion deiner Angelegenheit gar-nicht mehr kommen wird."
"Nein, rede erst du", beharrte der Optimat, damit wir inKuerze deine Sache eroertern und erledigen]"
"Du taeusohest dich ueber ihre Tragweite", sagte Liberius,"wenn du von Kuerze und von Erledigung sprichst. Doch gut, Ichweiche deinem Dringen. Vernimm, mein lieber alter Freund, ichbin einer Erscheinung gewuerdigt worden."
"Einer Erscheinung?!" rief Probus gedaempft, indem er seineHand auf die des anderen legte. "Hoere, Liberius, ich nehmemeinen Antrag zurueck und moechte nun doch vor allem dir meiner-seits. .."
"Zu spaet", antwortete der Presbyter. "Meine Begierde, michdir anzuvertrauen, ist jetzt nicht mehr zu hemmen. Zu maechtig