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Der Erwählte : Roman
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kommen.

"Faltonia, sagte er,du hast vortrefflich gesprochen.Verzeih, dass ich mich, indem ich dich in deinen Studien unter-brach, zuerst an dich wandte! Auf keinen Pall kann ich es be-reuen, denn wenn du mir eigentlichen Rat auch vorenthieltest, sohast du mir doch den besten Weg gezeigt, ihn zu erlangen. So-gleich will ich mich zu Liberius tragen lassen.

Nach diesen Worten schlug er mit dem Kloeppel gegen eine bron-zene Droehnscheibe und gab den eintretenden Dienern Befehl, inEile seine Saenfte zu ruesten. Er bestieg sie in einem der Hoefemit den hinfaelügen Saeulenordnungen, indem er die Traeger zurascher Gangart ermahnte. In einem knieweichen Trabe, um dieSaenfte so wenig wie moeglich zu erschuettern, trugen sie ihndurch das beruehmte Rom, dessen Gassen sich zwischen ungeheueren,halb in Schutt liegenden Ruinen von Prachtbauten anderer Zeitenhindurchwanden und wo ueberall die Marmorstatuen von Kaisern,Goettern und grossen Buergern verstuemmelt herumlagen und daraufwarteten, in die Kalkgrube geworfen zu werden, dass man Moertelaus ihnen brenne. Vor dem gedeckten Tragstuhl und seinen vierTraegern liefen noch zwei Diener her, denen es oblag, der Saenftedes Patriziers mit Rufen und Gebaerden freie Bahn durch das Stras-senvolk zu schaffen. Sie waren jedoch angewiesen, es nicht aufherrische Weise, sondern eher auf eine flehende, beschwoerendezu tun.

Das Haus des Liberius war neben der Kirche der heiligenAnastasia unterhalb des Palatinischen Huegels gelegen, ein neuentstandener Ziegelbau, mit alten Konsolen und Friesen verziertund mit Bogenfenstern, von kleinen Pfeilern durchbrochen. EineFreitreppe fuehrte zu seiner Vorhalle empor, deren tragende

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