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Der Erwählte : Roman
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gehender Stimme:

"Probe, Probe, hoere michi Grosses will ich dir verkuen-den."

Dem Probus schossen die Traenen in die Augen bei des LammesStimme, und sein Herz fuellte sich mit Liebe zum Ueberstroemen»

"Du Lamm Gottes", sagte er, "gewiss, ich hoere! Mit ganzerSeele hoere ich, aber du blutest, dein Blut faerbt dein sanftesFlies und rinnt in den Klee. Kann ich nicht etwas fuer dich tun,deine Wurde waschen und sie mit Balsam pflegen? Innig verlangtmich nach solchem Liebesdienst."

"Lass das gut sein", sprach das Lamm« "Es ist sehr notwen-dig, dass ich blute. Hoere du, was ich dir zu verkuenden habe!Habetis Papam. Ein Papst ist euch erwaehlt»"

"Teures Lamm", antwortete Probus im Traum oder in der Ent-rueckung, "wie das? Symmachus und Eulalius sind beide tot, dieKirche ist ohne Haupt, die Menschheit entbehrt des Richters, undder Stuhl der Welt steht leer» Wie soll ich deine lieben Worteverstehen?"

"Wie sie lauten", sagte das Lamm. "Euer Gebet ist erhoertund die Wahl geschehen. Du aber bist erwaehlt, es zuerst zuvernehmen und deine Massregeln danach zu treffen. Glaube nur!Der Erwaehlte muss auch glauben, so schwer es ihm fallen moege»Denn alle Erwaehlung ist schwer su. fassen und der Vernunftnicht zugaenglich."

"Ich bete an", sprach Probus, schluchzend ob der ruehrendenSuessigkeit der Stimme des Lammes« und sank vor der Bank aufdie Kniee- "Lass mich vernehmen; Wie heisst er?"

"Gregorius", antwortete das Lamm,

"Gregorius", wiederholte der alte Mann ueberwaeltigt.

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