Saeulenordnungen und Brunnen, deren Figurenschmuck zerbrochenam Boden lag* und von veroedeten Saelen mit schadhaften Mosaik-boeden, wo die Goldtapeten zerrissen von den Yfaenden hingen unddie Verkleidungen aus feinem Silberblech zerbeult davon abstan-den» So waren Probus und Proba es gewohnt und fanden es ange-messen»
Auch die Gaerten, in welche der Palast eingebettet lag, wa-ren verwildert und verwachsen bis zur Undurchdringlichkeit, aberdesto lauschigere Plaetze gab^es darin, zu denen man sich zwischenwucherndem Buschwerk und von Schlinggewaechsen halb ersticktenBaeumen durchschlagen mochte; und besonders liebte der Aniciereine von Lorbeergebuesch dicht umdraengte Marmorbank mit Pans-koepfen, von der man, vorbei an einer von ihrem Sockel gefallenenAmor-Statue reizenden Leibes, mit Pfeil und Bogen und ohne Kopf,auf eine kleine, in buntem Unkraut stehende Wiesenfreiheitblickte» Dort sas3 der wuerdige Mann, bekuemmert, wie er war,ueber die Verwalstheit der Kirche und die allgemeine Ratlosigkeit,an einem schon sommerlich warmen Apriltage nach dem Speisen» AmMorgen hatte er in der seinem Palaste nahe gelegenen Basilikader Apostel Philippus und Jakobus sich mit Inbrunst an den all-gemeinen Gebeten beteiligt. Jetzt mochte er wohl im Duft deserwaermten Lorbeers eingeschlummert sein; denn er hatte einTraumgesicht, da 3 ihn jedoch nicht von seiner Staette entfuehrte,sondern wo er sass, da sah und hoerte er, was ihn aufs tiefstebewegte, sodass man eher, als von einem Traum, von einer Visionund Offenbarung zu sprechen genoetigt ist.
Vor ihm im Klee der Wiese stand ein blutendes Lamra und redetezu ihm. Es blutete aus der Seite, tat sein ergreifendes Lammes-maul auf und sprach mit zitternder, aber ueberaus suess zu Gemuete
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