Druckschrift 
Der Erwählte : Roman
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

im Schilflager vergessen, was ihn sehr schmerzte«

Am morschen Steg erst drunten, wo das Boot lag, erreichte eratemlos den Mann, der die Achseln zuckte. Und als der Kahn siebeide aufgenommen nebst dem Geraet, fuehrte der Fischer ihnschweigend durch kurze Wellen hinaus in den weiten See, wohl ei-ne Stunde lang oder zwei: Da ragte der wilde Stein, rot-grau undkegelfoermig, hervor aus der Flut, gottverlassen und ohne Ufer-sicht, den fuhren sie an, und der Fischer hakte die Leiter aneine Felsennase, indem er sagte:

"Steig du voran.' Im Ruecken haben mag ich dich nicht.'*

So stiegen sie hintereinander hinauf, erst ueber die Leiter,dann muehsam noch ein Stueck ueber kahlen Fels, mit Hilfe vonSpalten und Zargen; und als sie oben die kleine Kegelplatte er-klommen hatten, da tat der Fischer mit finsterem Lachen, wie eres angesagt: Er legte dem Gregor das Beineisen an, sperrte dasSchloss und sprach dabei:

"Nun bist du dem Steine sicher. Hier musst du alt werden,denn fuehrt nicht der Teufel mit allen seinen Listen dich vonhier weg, nie und nimmermehr kommst du wieder herunter« Dasitzei In deiner eigenen Truegerei hast du dich gefangen."

Damit warf er den Schluessel des Eisenhalters im Bogen weithinaus in den See und setzte hinzu:

"Berg ich den je aus der Wellentiefe und sehe ihn wieder,dann will ich dir abbitten, Heiliger. Gut Heulen und Zaehne-klapperni"

Das war sein Abschiedsgruss. Er kletterte wieder zum Boothinab, zog die Leiter ein und fuhr davon.

225